Nach der Behandlung möchte ein Patient mit lokalisiertem Prostatakrebs so gut leben wie zuvor. Aktuelle Behandlungen weichen daher Alternativen, die eine hohe Effizienz und weniger Nebenwirkungen vereinen. Darunter Ablatherm, ein Medizinprodukt, das auf der Verwendung von hochintensivem fokussiertem Ultraschall (HIFU) basiert. Update mit Dr. Albert Gelet von der Abteilung für Urologie und Transplantation des Krankenhauses Edouard Herriot in Lyon.

Die Ultraschallbehandlung von Prostatakrebs ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem National Institute of Health and Medical Research (Inserm) und dem auf Hightech-Medizinprodukte spezialisierten Unternehmen Edap TMS. Diese originelle Technik hat viele Vorteile.

Eine originelle Technik

Promoter der Methode, Prof. Albert Gelet von der Abteilung für Urologie und Transplantation des Edouard Herriot Hospitals in Lyon, erklärt das Prinzip: „Die Technik basiert auf der Verwendung von Ultraschall, der von einer endorektalen Sonde emittiert und auf die Prostata fokussiert wird durch eine Lupe kann im Brennpunkt große Hitze entwickeln, Ultraschall, der durch verschiedene Gewebe geht, kann im Brennpunkt eine starke Hitze erzeugen (zwischen 80 und 100 ° C) Temperatur, verbunden mit anderen gut kontrollierten physikalischen Phänomenen (Kavitation und Diffusion)), verursacht die sofortige und endgültige Zerstörung (Koagulationsnekrose) des Gewebes innerhalb der Zielzone".

Das zu behandelnde Prostatavolumen wird mit der Ultraschall-Bildgebungssonde lokalisiert.

Ultraschallwellen hoher Energie werden durch die rektale Wand in Richtung des zu behandelnden Prostatabereichs fokussiert.

Konkret erfordert diese Betriebsart das Einführen einer Sonde in das Rektum. Ultraschall kann gleichzeitig die Grenzen der Prostata erkennen und den zu behandelnden Bereich definieren. Einmal gefunden, wird dieser Teil gnadenlos von 400 bis 600 Ultraschallstößen beschossen. Die Behandlungsdauer hängt direkt von der Größe der Prostata ab und dauert zwischen einer und zwei Stunden. Der Patient muss zwei Monate zur Konsultation zurückkehren, dann drei oder vier Monate nach der Behandlung für Untersuchungen, um den Erfolg der Behandlung oder die Notwendigkeit einer neuen Sitzung zu bestätigen.

Gewisse Vorteile

Diese Technik, die derzeit von neun Jahren Nachbeobachtung profitiert, konkurriert nicht mit der Prostatektomie, sondern mit der externen Strahlentherapie, wie uns Professor Albert Gelet erinnert. Und gegenüber letzterem hat der Ablatherm® mehrere Vorteile:

  • Die Krankenhausaufenthaltsdauer wird verkürzt: Der Patient kommt am Tag vor der Behandlung an, eine Verdauungsvorbereitung (wie bei einer Koloskopie) wird durchgeführt. Nach der eigentlichen Behandlung wird ein Harnkatheter gelegt. Es wird in der Regel zwei Tage nach der Sitzung entfernt und der Patient bleibt einen weiteren Tag zur Beobachtung. Insgesamt sind es also fünf Nächte im Krankenhaus
  • Das Maß für die Wirksamkeit der Behandlung anhand des PSA-Spiegels (Blutdosis eines Markers für Prostataaktivität und das Auftreten von Krebs) kann bereits 3 Monate nach der Behandlung bekannt sein, verglichen mit 18 Monaten bei der Strahlentherapie
  • Die Behandlung kann im Gegensatz zu einer Strahlentherapie oder Operation wiederholt werden: „Wenn wir nach sechs Monaten feststellen, dass ein Bereich der Prostata ungenügend behandelt wurde, können wir eine Sitzung wiederholen“, erklärt Dr. Albert Gelet. Er präzisiert: „Außerdem ist bei unvollständigen Ergebnissen eine Zweitlinientherapie möglich: eine externe Strahlentherapie kann ohne besonderes Risiko durchgeführt werden, in ausgewählten Fällen sogar eine Bergungsoperation“.
  • Ablatherm ist auch eine Hoffnung für Rezidive nach Strahlentherapie. Mehr als 30 % der Patienten, die nach einer Strahlentherapie behandelt wurden, erleiden innerhalb von 5 Jahren nach der Behandlung einen Rückfall. Bisher war die chemische Kastration die einzige Lösung. Heute scheint Ablatherm die einzige wirksame Behandlung für diese Patienten zu sein. Bei 84 % von ihnen schreitet die Krankheit nicht fort.
  • Nach dieser Behandlung sind die Risiken für Impotenz und Inkontinenz geringer als bei einer Operation.

Eine multizentrische Studie, die zwischen 1995 und 2000 an 402 Patienten an 6 europäischen Standorten durchgeführt wurde, zeigt bei 87% der Patienten, die in erster Linie behandelt wurden, ein Verschwinden des Krebsgewebes. Eine aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichung (European Urology) bestätigt die langfristige Wirksamkeit von Ablatherm (Follow-up von Patienten nach 9 Jahren für einige)

Heute könnte die Behandlung mit Ablatherm® Patienten angeboten werden, die weder aufgrund ihres Alters noch aufgrund von Begleiterkrankungen, die eine Operation zu riskant machen, keine radikale Operation benötigen. Sehr langfristige Ergebnisse (über 15 Jahre) liegen noch nicht vor und erfordern beim jüngeren Patienten klare Informationen. Urologen empfehlen daher weiterhin eine Behandlung für Männer ab 70 Jahren mit einer Lebenserwartung von über 7 Jahren.

Mehr als 40 Zentren in Frankreich bieten diese Technik mittlerweile an. 2007 profitierten davon 3.400 Patienten. Diese Zahlen sollen in den kommenden Jahren weiter steigen.

Die Therapie mit hochintensivem fokussiertem Ultraschall (HIFU) entwickelt sich weiter. Sie stellt derzeit eine Alternative zur externen Strahlentherapie mit genauer Indikationsstellung insbesondere bei Patienten über 70 Jahren und mit einer Lebenserwartung von mindestens 7 Jahren dar.