Heute kann von 15.000 Menschen, die jedes Jahr von Lebertumoren betroffen sind, nur eine Minderheit von einer chirurgischen Behandlung profitieren. In Lyon wird eine neue Technik evaluiert, um die Zahl der behandelten Patienten erhöhen zu können.

Zu viele oder schlecht lokalisierte Lebermetastasen sind für Operationsteams oft schwer zugänglich. Damit nur 10 bis 20 % der betroffenen Patienten von einer solchen Operation profitieren können. Dank einer neuen Technik zur Zerstörung von Tumoren durch fokussierten Ultraschall hofft das Team von Professor Michel Rivoire, die Zahl der operierbaren Patienten verdoppeln zu können.

Eine weniger aggressive Technik gegen Lebertumore

Ultrasons cancer du foie

Das Projekt besteht darin, mit hochintensivem fokussiertem Ultraschall (HIFU) Metastasen zu zerstören. Diese innovative Methode besteht darin, Ultraschall an Tumore zu senden, um sie zu erhitzen und Krebszellen zu zerstören. „Dieser Ansatz ist viel weniger aggressiv und viel präziser als die reine Ablation oder Verbrennung (durch Hitze oder Kälte) von Metastasen, die heute verwendet werden“, erklärt Professor Rivoire, Krebschirurg, Direktor des Instituts für Chirurgie Experiment am Léon Bérard Center in Lyon*.

Tatsächlich wird dieser Ultraschall mit äußerster Präzision auf den zu erreichenden Bereich fokussiert und schädigt die gesunden Zellen, die die Metastasen umgeben, nicht. Dies führt zu weniger Nebenwirkungen und weniger Komplikationen für den Patienten. Doch damit nicht genug, diese sehr feine Technik ermöglicht dem Chirurgen auch den Zugang zu bisher nicht operierbaren Metastasen. „Potenziell bedeutet dies, dass wir dank dieses fokussierten Ultraschallverfahrens doppelt so viele Patienten operieren könnten wie heute“, freut sich Professor Rivoire. Nach Labortests führte das Team seine ersten Operationen am Menschen durch.

HIFU und Lebermetastasen: vielversprechende klinische Studien

Das fokussierte Ultraschallverfahren wird derzeit evaluiert und befindet sich in der Phase-II-Studie. Das Team von Prof. Rivoire analysiert derzeit die Wirksamkeit dieses Ansatzes im Vergleich zu aktuellen Methoden. Die vorläufigen Ergebnisse sind endgültig. „Wir sind sehr zufrieden mit den ersten Ergebnissen dieser Evaluation, die mehr als ermutigend sind. Ultraschall ist sehr effektiv, dabei sehr einfach in der Anwendung und weniger aggressiv für die Patienten“, beobachtet Professor Rivoire.

Heute wurde die Technik nur an etwa zehn Patienten getestet, an Bereichen der Leber, die dann während der Operation entfernt wurden. Diese äußerst restriktive Bewertung ermöglicht es Ärzten, die Wirksamkeit und Sicherheit der Technik zu überprüfen, bevor sie auf eine größere Anzahl von Patienten ausgeweitet wird. Angesichts dieser sehr vielversprechenden Ergebnisse konnte die Methode im Laufe des Jahres 2013 recht schnell validiert und erweitert werden.

Diese präzisere und weniger aggressive Technik bietet echte Hoffnung für Patienten und nicht nur für diejenigen mit Lebermetastasen. Tatsächlich könnte diese Technik, die bereits gegen Prostatakrebs eingesetzt wurde , auf andere Krebsarten (ausgeweitet werden Pankreas, Brust ).

* Das Institut für Experimentelle Chirurgie des Centre Léon Bérard (CLB) vereint die Abteilung für Krebschirurgie des CLB, die Inserm Unit U556 und den Industriellen EDAP TMS.