Bisher wurden die meisten auf Melanomzellen vorhandenen Zielmoleküle des Immunsystems (Antigene) beschrieben. Diese Entdeckungen ebneten den Weg für neue Forschungsrichtungen auf der Grundlage der "therapeutischen Impfung". Die Aktivierung des Immunsystems erfolgt dann nicht mehr global, sondern gezielt auf die das Antigen tragenden Tumorzellen.

In den letzten Jahren wurden zahlreiche klinische Studien zur therapeutischen Impfung durchgeführt, insbesondere am Institut Curie, wo derzeit die Wirkung mehrerer Antigene mit unterschiedlichen Methoden getestet wird.

8 Protokolle in Bearbeitung am Institut Curie

Das Institut Curie, eines der wichtigsten französischen klinischen Forschungszentren, bietet alle wissenschaftlichen und medizinischen Fähigkeiten, die die Entwicklung neuer therapeutischer Strategien ermöglichen. Acht Immuntherapieprotokolle zur Behandlung des Melanoms werden daher am Institut Curie unter der Leitung der Fachärzte Dr. Thierry Dorval und Sophie Piperno in der Abteilung für Medizinische Onkologie von Professor Pierre Pouillart untersucht.

Immunologie spécifique

Wir müssen zunächst zwei Klassen von Antigenen unterscheiden:

  • Antigene, die für Melanome spezifisch sind, Melanozyten, die in Tumorzellen umgewandelt wurden (MAGE-1, MAGE-3 und NA17), die nur bei Patienten mit einem Tumor verwendet werden können, der dasselbe Antigen exprimiert und keine viszeralen Metastasen aufweist, was diese Behandlungsmethode stark einschränkt
  • Antigene, die sowohl auf normalen Melanozyten als auch auf Melanomzellen vorhanden sind (Tyrosinase, gp-100 und Melan-A), die bei mehr Menschen verwendet werden können (Tyrosinase ist bei der Hälfte der kaukasischen Bevölkerung vorhanden). Nebenwirkungen können jedoch bei normalen Melanozyten auftreten, von denen einige im Auge vorkommen.

Anti-Tumor-Impfung durch Antigen allein oder durch viralen Vektor

Nach der Bestimmung des zu verwendenden Antigens (oder der Antigene) wird es in Form eines Peptids (kleines Antigenfragment) oder Protein (größeres Fragment) nach zwei Methoden in den Körper eingeführt:

  • Antigen(e) allein auf intradermalem oder subkutanem Weg mit variabler Häufigkeit, abhängig von den Protokollen.
  • Über einen Vektor ein für den Menschen ungefährliches Virus. Nach der ersten Impfung können gegebenenfalls weitere Auffrischungsinjektionen folgen, um das Immunsystem des Patienten wieder zu stimulieren.

Derzeit werden nur Patienten mit Melanom mit Metastasen, die nicht auf die Chemotherapie angesprochen haben, mit diesen beiden Arten der Antitumor-Impfung behandelt. Können die Effekte hinsichtlich der Wirksamkeit aufgrund unzureichender Nachbeobachtung nicht beurteilt werden, erscheinen die ersten Studien dennoch recht vielversprechend. Im Gegensatz zu herkömmlichen Behandlungen scheinen die Reaktionen ziemlich spät zu erscheinen und können im Laufe der Zeit anhalten.

Neue Impfstoffvektoren werden getestet

Damit Lymphozyten Tumorzellen erkennen und anschließend zerstören können, müssen sie zunächst „aktiviert“ werden, um die auf ihrer Oberfläche vorhandenen Antigene spezifisch identifizieren zu können. Diese Schlüsselrolle spielen die dendritischen Zellen. Als "Wächter" des Immunsystems bezeichnet, stammen aus dem Knochenmark und sind in allen Geweben vorhanden. Diese Zellen haben die Fähigkeit, Antigene einzufangen und T-Lymphozyten spezifisch gegen diese Moleküle zu stimulieren.

Mehrere Teams des Instituts Curie haben in diesem Zusammenhang neue Wege entdeckt, Tumorantigene zu dendritischen Zellen zu transportieren. Diese Vektoren haben den Vorteil, dass sie nicht-viral sind, wodurch jedes Risiko der Entwicklung einer Viruserkrankung bei immungeschwächten Patienten eliminiert wird.

  • Der Exosom-Weg in der klinischen Studie Das Team von Sebastian Amigorena ("Zellularbiologie der Tumorimmunität" INSERM / Institut Curie) hat in Zusammenarbeit mit einem Team des Gustave Roussy-Instituts unter der Leitung von Laurence Zitvogel gezeigt, dass Exosomen, Membranvesikel, die von dendritischen Zellen sezerniert werden, als Vektoren bei der Antitumor-Impfung dienen könnten. Die Injektion von Exosomen, die das Tumorantigen enthalten, in Mäuse, die einen Tumor trugen, führte zu seiner Regression oder sogar zu seinem Verschwinden.
  • Shigatoxin bald getestet Von Ludger Johannes' Team ("Mechanisms of intracellular transport" CNRS / Institut Curie) in der Grundlagenforschung auf seine spezifische Bewegungsweise in Zellen untersucht, tauchte Shigatoxin schnell als potentielle Vektor-Antitumor-Impfung auf.

Diese neuen Impfstrategien gegen Krebs bieten echte Hoffnung zur Vorbeugung von Tumorrezidiven, die durch Krebszellen verursacht werden, die herkömmlicher Behandlung entgangen sind.

* Diese Dateien wurden im Juni 2001 vom Institut Curie erstellt . In Frankreich nimmt das Institut Curie eine besondere Stellung in der medizinischen Forschung und Medizin ein, insbesondere im Kampf gegen Krebs. Es ist eine Forschungsorganisation, die ihre volle Bedeutung durch das Leben in Symbiose mit einem Krankenhaus erhält. Sie sind auch Wissenschaftler, Forscher und Ärzte, die durch die Kombination von öffentlichen Mitteln und privater Förderung (Spenden und Vermächtnisse) zusammenarbeiten können.

Institut Curie 26, rue de l'Ulm 75248 Paris Cedex 05