Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot möchte ihre Politik im Kampf gegen die HIV-Infektion neu ausrichten, um den Zugang zu Früherkennungsuntersuchungen zu verbessern, die Prävention zu verbessern und die Risiken in stärker gefährdeten Bevölkerungsgruppen wie injizierenden Drogenkonsumenten oder Homosexuellen zu verringern.

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Ende Juni war der Entwurf des 5. französischen Plans zur Bekämpfung von HIV-AIDS und sexuell übertragbaren Infektionen vom Nationalen AIDS-Rat (CNS) und der Nationalen Gesundheitskonferenz scharf kritisiert worden. Dies schien die Vorstellung des ursprünglich geplanten Plans für die bis zum 23. Juli in Wien (Österreich) stattfindende Internationale HIV-Konferenz zu gefährden. Aber am 20. Juli bekräftigte die Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot ihren Wunsch, einen Plan vorzuschlagen, der "Wagemut, Entschlossenheit, Innovation, Erneuerung und Großzügigkeit" kombiniert.

In Frankreich werden jedes Jahr zwischen 7.000 und 8.000 neue Fälle von HIV-Infektionen diagnostiziert. Und zwischen 40.000 und 50.000 Menschen kennen ihren HIV-Status nicht. Für jeden fünften Menschen ist der Beginn der Behandlung noch zu spät, während die Vorteile einer frühen Behandlung immer offensichtlicher werden.

Förderung des demedikalisierten Screenings

Um der Ausbreitung der Epidemie entgegenzuwirken, möchte Roselyne Bachelot daher das Screening auf HIV-Infektionen verstärken. Die Bemühungen konzentrieren sich im Wesentlichen auf die Trivialisierung des noch zu tabuisierten Screening-Verfahrens. Vor diesem Hintergrund sollte das Nationale Institut für Prävention und Gesundheitserziehung (Inpes) im zweiten Halbjahr 2010 eine Kommunikationskampagne für die breite Öffentlichkeit starten. Die behandelnden Ärzte sind ebenfalls eingeladen, sich an diesen Bemühungen zur Entstigmatisierung des Screenings zu beteiligen, jedoch auf eine Weise, die vom Minister nicht erläutert wurde.

Für Bevölkerungsgruppen mit höherem Risiko, wie zum Beispiel Männer, die Sex mit Männern haben, möchte der Gesundheitsminister das Screening verallgemeinern, das von Nicht-Gesundheitsfachleuten durchgeführt wird. In dieser von der Infektion besonders betroffenen Bevölkerungsgruppe erreicht der Anteil der Neuerkrankungen 1 % pro Jahr, eine 200-mal höhere Inzidenz als in der Gesamtbevölkerung. Bei dieser Rate wird sich laut den Prognosen der PREVAGAY¹-Studie innerhalb von 5 Jahren jeder Zweite, der schwule Treffpunkte besucht, mit HIV infizieren. Basierend auf den sehr ermutigenden Ergebnissen der COM'TEST²-Studie, die in Wien vorgestellt wurde und die die Relevanz eines schnellen Screenings durch Verbände belegen, glaubt Roselyne Bachelot, dass ein solches Gerät die Zugänglichkeit verbessern und das Screening vereinfachen wird, und damit zu seiner Trivialisierung beitragen. Ab 2011 sollten mindestens 10 Testzentren, die von Nicht-Gesundheitsfachleuten geleitet werden, eröffnet und von einer nachhaltigen Finanzierung profitieren, versprach sie und qualifizierte diese Entscheidung als "Leuchtturmmaßnahme des nächsten HIV-Plans".

Das vor 20 Jahren entworfene anonyme und kostenlose Screening-Gerät muss überholt werden und muss überdacht werden. Roselyne Bachelot schlägt für bestimmte Regionen vor, Zentren für sexuelle Gesundheit zu schaffen, die über den einfachen Zusammenschluss anonymer und kostenloser Screening-Zentren sowie Screening- und Diagnosezentren für sexuell übertragbare Infektionen hinausgehen. Zu den Modalitäten der Reform, die sie "tiefer" will, machte sie jedoch keine Angaben.

„Eine verpasste Chance“

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Der Gesundheitsminister sich auch für die versuchsweise Öffnung von "beaufsichtigten Konsumzentren" sprach mit geringerem Risiko für Drogenabhängige aus, eine Entscheidung, die von Verbänden wie Asud und Act-Up begrüßt wird. Roselyne Bachelot stützte sich in diesem Punkt auf die Empfehlung von Inserm, für die diese Strategie eine umfassende Antwort auf injizierende Drogenkonsumenten bietet und ihnen Prävention, Risikominderung, Betreuung und Unterstützung bietet. Dennoch möchte sie eine neue Konsultation und insbesondere die lokalen Gemeinschaften einleiten, bevor sie die Einführung dieser Geräte in Betracht zieht.

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Von der Generaldirektion für Gesundheit aufgerufen, über den zukünftigen AIDS-Plan 2010-2014 abzustimmen, haben der Nationale AIDS-Rat (CNS) und die Nationale Gesundheitskonferenz Anfang Juli eine äußerst kritische Stellungnahme abgegeben³ und gleichzeitig den fehlenden Ehrgeiz angeprangert, Konsequenz und Engagement Frankreichs im Kampf gegen die Pandemie. Sie hielten es daher für unabdingbar, das Projekt vor seiner Präsentation auf der internationalen AIDS-Konferenz in Wien zu überarbeiten. Am 21. Juli hatten die CNS und die Nationale Gesundheitskonferenz nicht auf die Rede von Roselyne Bachelot über die endgültigen Leitlinien der Gesundheitsministerin für die Entwicklung ihres fünften Plans zur Bekämpfung der HIV-Infektion reagiert, die zu Beginn der Schuljahr.

Jean-Luc Romero, Regionalrat der Ile-de-France, spricht von einer „verpassten Gelegenheit, einen großen Plan zur Bekämpfung von AIDS vorzulegen“ 4 -2014 planen, AIDS im Herbst zu bekämpfen. Wir verschwenden Zeit mit unserem Kampf gegen AIDS in Frankreich".

Amelia Pelletier

1 - PREVAGAY-Umfrage, durchgeführt vom Nationalen Institut für öffentliche Gesundheitsüberwachung (InVS) (online zugänglich)

2 - COM'TEST-Studie, durchgeführt von der National AIDS Research Agency (ANRS) (online zugänglich)

3 - Gemeinsame Stellungnahme des Nationalen AIDS-Rates und der Nationalen Gesundheitskonferenz zum Entwurf des nationalen HIV / AIDS-STI-Plans 2010-2014 (online verfügbar)

4 - RIF-Pressemitteilung: "Nationaler Plan zur Bekämpfung von AIDS: eine weitere verpasste Chance" - Juli 2010

Foto: Gesundheitsministerium