71.000 neue Fälle von Prostatakrebs werden jedes Jahr diagnostiziert, aber ein Drittel der Fälle sind sogenannte indolente Krebserkrankungen, die nicht oder nur sehr wenig fortschreiten 3. Bei diesen Tumoren ermöglicht eine genaue Überwachung es, eine chirurgische Behandlung zu vermeiden oder zu verzögern. In diesem Fall speziell für Männer wurde im Tenon Hospital ein zusätzliches Zentrum eröffnet.

Dieses Diagnose- und Überwachungszentrum für Prostatakrebs, das einige Tage im Tenon-Krankenhaus in Betrieb ist, soll es Patienten ermöglichen, „indolenten“ Krebs gelassener zu erleben, was eine engmaschige Überwachung, aber keine sofortige „invasive“ Behandlung rechtfertigt. Bei diesen Patienten müssen die Behandlungsmöglichkeiten gegen das Risiko einer Krebsprogression, aber auch die möglichen Nebenwirkungen der Operation abgewogen werden, die die Lebensqualität irreversibel verändern können...

Ein einziges Zentrum für Männer mit hohem Prostatakrebsrisiko

Cancer prostate et centres spécialisés

Das Beratungszentrum des Tenon Hospitals ist eine integrierte Plattform zur Identifizierung von Männern mit hohem Prostatakrebsrisiko und zur Personalisierung ihrer Behandlung. Damit lassen sich zwei Vorteile in Einklang bringen: eine Früherkennung (um alle Chancen des dann metastasenfreien Patienten zu wahren) und die Einsparung eines Eingriffs mit möglichen Nebenwirkungen. Dieses Zentrum ist daher für Männer gedacht:

  • Bei denen wir einen sogenannten "low-grade"-Krebs entdecken, bei dem die Behandlungsmöglichkeiten von einer einfachen Überwachung bis hin zu einer leichten, minimal-invasiven oder schwereren Behandlung reichen können
  • die einen hohen PSA- Wert (mehr als normal) haben und trotzdem Biopsien (der Test, der die Diagnose bestätigt) negativ sind
  • Deren Familienmitglied hatte Prostatakrebs im Frühstadium (oder Brustkrebs wegen des Kreuzrisikos mit diesem hormonabhängigen Krebs), die eine genauere Überwachung rechtfertigen.

Die Anmeldung erfolgt auf schriftlichen Antrag des überweisenden Arztes, selbstverständlich mit Zustimmung des Patienten. Aber wie Professor Olivier Cussenot, Urologe und Onkologe des Zentrums, betonte: "Das Problem der Krebserkrankungen im Allgemeinen und der Prostata im Besonderen ist weniger das des Screenings als das der Folgen dieses Screenings...".

Bessere Überwachung für bessere Pflege

„In Tenon (wie in Lyon oder Toulouse, wo solche Strukturen bereits funktionieren) hat der von seinem Arzt überwiesene Patient daher eine Plattform von Spezialisten: Onkologen, Andrologen, Psychologen etc. Entscheidungen werden so kollegial getroffen, je nach medizinisches Profil und die Wünsche dieses an Krebs erkrankten Mannes mit geringem progredienten Potenzial oder mit hohem familiärem oder individuellem Risiko für Prostatakrebs", präzisiert Professor Cussenot.

Dank modernster bildgebender Verfahren, Blut- und Urinmarkern, Biopsien und minimalinvasiven Behandlungen ist die Nachsorge personalisiert. Es wird regelmäßig nach den neuesten Erkenntnissen aktualisiert und gibt das Tempo und die Methoden des Monitorings sowie mögliche therapeutische Alternativen vor.

Schließlich, wenn der Tag für eine Intervention und etwaige Nebenwirkungen gekommen ist, erleichtert diese frühzeitige Behandlung die postoperative Behandlung von Harn- und / oder Sexualstörungen. „Diese Störungen hängen vom sexuellen Status vor der Operation, vom Alter, von „Komorbiditätsfaktoren“ (wie Rauchen oder Diabetes) und von der Motivation des Paares ab“, präzisiert Prof. François Haab, Leiter der urologischen Abteilung Tenon Krankenhaus.