Viele Verbraucherverbände sind besorgt über die gesundheitlichen Auswirkungen von Chemikalien. An vorderster Front der Angeklagten Phthalate. Diese sind besonders für Schwangere eine Gefahr. Aber was sind die Risiken in Frankreich?

Cosmétiques et phtalates

2002 schlugen drei amerikanische Verbraucherverbände Alarm: Viele Kosmetika enthalten Phthalate. Potenziell giftig und seit 1999 in Spielzeug verboten, fanden sich diese gesundheitsschädlichen Chemikalien dann in Dutzenden von Deos, Shampoos, Lacken und anderen Körpercremes. "Nicht so hübsch", hieß diese Umfrage der Environmental Working Group, "Becoming Healthy" (Coming Clean) und "Safe " ( Care Health Care Without Harm ), drei amerikanischen Organisationen.

Geruch von Skandal um Phthalate...

Phthalate sind gefährliche Chemikalien, die bei Tieren Nieren- und Leberschäden verursachen. Wenn sie während der Schwangerschaft eingenommen werden, sind sie giftig für die Entwicklung der Fortpflanzungsorgane männlicher Föten.

Eine von den "Centers for Disease Control" durchgeführte Studie ergab, dass 5 % der amerikanischen Frauen im gebärfähigen Alter ungewöhnlich hohe Phthalatwerte aufwiesen. Die Konzentrationen von DBP (Dibutylphthalat) waren zwanzigmal so hoch wie der in der Allgemeinbevölkerung beobachtete Durchschnittswert. Aber Phthalate verstecken sich in vielen Produkten. So sind Individuen oft nicht nur einem, sondern mehreren Phthalaten ausgesetzt. Diese Chemikalien werden in der Industrie häufig verwendet, insbesondere zum Weichmachen von PVC-Gegenständen. Diese Produkte sind daher nicht nur in Schönheitsprodukten versteckt, sondern auch in Verpackungen, Stiefeln, Regenmänteln, Duschvorhängen, medizinischen Geräten...

Angesichts dieser Daten prangern Verbraucherorganisationen die Nachlässigkeit der amerikanischen Behörden, insbesondere der FDA (Food and Drug Administration) in dieser Akte an. Sie fordern die Eliminierung von Phthalaten in Kosmetika. Eine Maßnahme, die sie für einfach halten, da die an dieser Untersuchung beteiligten Hersteller auch viele phthalatfreie Schönheitsprodukte vermarkten.

Es gibt Phthalate und Phthalate!

Campagne de prévention

Annie Laudet-Hesbert, Co-Autorin eines Dossiers zu Phthalaten für das National Research and Safety Institute (INRS), beruhigt. Für diesen Spezialisten ist es wichtig zu wissen, dass "nicht alle Phthalate in einen Korb gelegt werden sollten". Die Toxizität dieser Produkte hängt von chemischen Eigenschaften wie der Länge ihrer Kette und dem Vorhandensein von Seitenverzweigungen ab. „Je höher also ein Phthalat ein hohes Molekulargewicht hat, desto weniger gefährlich ist es, weil es dann weniger dazu neigt, die Haut und den Magen-Darm-Trakt zu passieren.“

Es wäre für Annie Laudet-Hesbert "überraschend", "dass man in Europa in Kosmetika Phthalate (wie DEHP) findet, die durch eine europäische Richtlinie in Kategorie 2 eingestuft und daher als potenziell giftig eingestuft werden dürfen".

Dieser Experte betont auch, dass die Europäische Kommission kein Interesse an Phthalaten zeigt, sondern sehr aktiv an diesem Thema beteiligt ist. Im Januar 2003 verabschiedete das Europäische Parlament einen Text zum Verbot schädlicher Phthalate in allen Kosmetika. Etwas, um alle zukünftigen Mütter zu beruhigen.

Für einige Verbraucherverbände ist dies jedoch noch nicht ausreichend. Bemerkenswert ist daher die Initiative von Greenpeace, die eine Kampagne namens Vigitox gestartet hat, um gerade die Unbedenklichkeit von Kosmetika zu garantieren. Fortsetzung folgt...

* Datei zu Phthalaten, veröffentlicht im Februar 2001 in der Zeitschrift "Travail et santé" des National Research and Safety Institute (INRS)