Trotz rückläufiger Tendenz bleibt die Zahl der nosokomialen Infektionen in Frankreich hoch: Jeder 20. Patient ist betroffen. Diese schweren Unfälle hätten jedoch in 2 von 5 Fällen vermieden werden können! Anlässlich der dieser Problematik gewidmeten 1. Generalstände fordern die Nutzer des Gesundheitswesens mehr Engagement der öffentlichen Hand.

Wenige Tage nach der Veröffentlichung der französischen Zahlen zu nosokomialen Infektionen durch das Institut de Veille Sanitaire hat der Verein Le Lien Organ unter der hohen Schirmherrschaft von Xavier Bertrand, Minister für Gesundheit und Solidarität, die ersten Generalstaaten nosokomialer Infektionen. Ärzte, Opfer, Gesundheitseinrichtungen, Behörden... werden so vereint, damit dieses Problem zu einer Priorität der öffentlichen Gesundheit wird.

Ein zu relativierender Rückgang

Infections nosocomiales

Seit 2002 und dem Kouchner-Gesetz wurden viele Anstrengungen unternommen, um nosokomiale Infektionen besser zu bekämpfen. So verzeichnen wir in diesem Jahr einen rückläufigen Trend bei nosokomialen Infektionen nach Angaben des Instituts für Sanitärüberwachung (InVs) von über 4%. Doch die Verbände wollen diese Zahlen relativieren. Ohne den Bösewicht spielen zu wollen, weist der Link darauf hin, dass diese Zahlen von 2006 aus mehreren Gründen nicht mit denen von 2001 (4,9% der Infizierten im Jahr 2006 gegenüber 6,5% im Jahr 2001) verglichen werden können: In diesem Jahr werden die weniger schwerwiegenden Harnwegsinfektionen ausgeschlossen die allein mehr als 20 % aller nosokomialen Infektionen ausmachen. Darüber hinaus wurden erstmals psychiatrische Einrichtungen einbezogen. Diese Einrichtungen sind jedoch, und das wissen wir gut, sehr wenig von nosokomialen Infektionen betroffen. Tatsächlich sehen wir beim Vergleich der Zahlen von 2006 mit der Erhebungsmethode von 2001 einen Rückgang von 4% in 5 Jahren (Quelle INVS), dh eine Verbesserung von weniger als 1% pro Jahr!

Wenn Opferverbände die Einrichtung eines Dashboards für nosokomiale Infektionen begrüßen, bedauern sie die fehlende Kontrolle der Gesundheitseinrichtungen. Nur 270 von knapp 3.000 Betrieben wurden 2006 auf Übereinstimmung der übermittelten Daten mit der Realität überprüft. Das heißt, wenn der Aufwand beibehalten oder sogar verstärkt werden muss!

Pariser Erklärung für mehr Sicherheit

Die Nutzer, Partner im Kampf, möchten den Kampf fortsetzen und schlagen die Umsetzung einer Reihe von Sofortmaßnahmen vor, die sie für wesentlich halten. So schlossen die Generalstaaten mit der Pariser Erklärung, einem Manifest, das die erwarteten Maßnahmen skizziert und von mehreren Persönlichkeiten unterzeichnet wurde. Mit 24 Vorschlägen für 24 Monate schlagen die Nutzer des Gesundheitssystems daher Maßnahmen zur Ausbildung von Angehörigen der Gesundheitsberufe, zur Aufklärung der Öffentlichkeit, zur besseren Information der Gesundheitseinrichtungen oder zur Verbesserung der Entschädigungsbedingungen für Opfer vor. Hier finden Sie die vollständige Erklärung von Paris.

Zwei Monate vor den Stichtagen des Präsidenten soll diese feierliche Erklärung die politische Debatte über ein allzu oft vernachlässigtes Thema abwägen.