Zwischen 1 und 2 % der HIV-positiven Menschen entwickeln nie AIDS. Der Ursprung dieser natürlichen Resistenz blieb viele Jahre lang ein echtes Rätsel. Die Untersuchung würde dank des Teams von David Ho, bereits am Ursprung von HAART, Früchte tragen. Diese großartige Entdeckung könnte zu neuen Behandlungsmethoden führen.

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Am 26. September 2002 gaben amerikanische Forscher die Entdeckung von Substanzen bekannt, die der natürlichen Immunität zugrunde liegen, von denen seltene Menschen profitieren. Diese Nachricht könnte den Weg für neue Behandlungen ebnen.

Das Geheimnis der kenianischen Prostituierten

Un barrage anti-sida

1985 machte die Forschung über Prostituierte in Nairobi (Kenia) Schlagzeilen. Trotz häufiger Exposition gegenüber dem Virus entwickelten diese Frauen kein AIDS. Laut Studien des kanadischen Forschers Dr. Francis Plummer von der University of Manitoba hatten fast 5% von ihnen eine natürliche Immunität. Der Anteil der Amerikaner, die den gleichen Schutz tragen, würde laut Forschern des Aaron Diamond Aids Research Center (ADARC) 1 bis 2% betragen. Die Begünstigten können somit leben, ohne jemals AIDS und die damit verbundenen opportunistischen Krankheiten zu entwickeln, ohne auf irgendeine Behandlung zurückzugreifen.

Die Forschung hat zugenommen, um die Besonderheit von "langfristig nicht-progressiven" HIV-Positiven zu identifizieren. Aber trotz erheblicher Forschungsanstrengungen hat das Geheimnis der Scharfsinnigkeit der wissenschaftlichen Gemeinschaft lange standgehalten.

Fünfzehn Jahre Untersuchung

Die Untersuchung dieser Singularität ergab, dass der Organismus des Empfängers angesichts von AIDS eine sehr starke zelluläre Immunität besaß, die von zytotoxischen T-Lymphozyten (CTL) angetrieben wurde. 1986 zeigte das Team von Professor Jay Levy von der University of California den Ursprung dieser natürlichen Resistenz: CD8-T-Lymphozyten.

An die Front vor dem Eindringling geschickt, zerstören CD8-T-Lymphozyten mit dem Virus infizierte Zellen. Aber bei den meisten Menschen mit HIV übernimmt das Virus nach einer kurzen Atempause die Oberhand. Bei Langzeit-Nichtprogressoren sezernieren CD8-T-Lymphozyten verschiedene Proteine, die in der Lage sind, auf die Replikation des Virus einzuwirken. Es blieb also übrig, sie anzuerkennen!

1995 wurden mehrere Proteine ​​namens Beta-Chemokine identifiziert. Im Labor wurde gezeigt, dass sie nur die Infektion eines bestimmten Stammes des AIDS-Virus blockieren können. Sie machten es also letztlich nicht möglich, den natürlichen Widerstand bestimmter Menschen allein zu erklären. Die "Wundersubstanz" blieb also noch zu identifizieren... Schon am Ursprung der Triple-Therapien hätte David Hos Team von ADARC die Untersuchung endgültig gelöst!

Das Trio der "Superproteine" endlich entlarvt!

Das ADARC-Team aus amerikanischen und chinesischen Forschern konzentrierte seine Forschung auf die Sekretion von CD8-T-Lymphozyten von drei natürlich immunisierten Menschen, vier HIV-positiven und 15 nicht infizierten Menschen. Mit sehr neuen fortschrittlichen Techniken identifizierten sie in der ersten Gruppe eine Familie von drei natürlichen Molekülen: Alpha-Defensine-1, 2 und 3.

Um den Ursprung dieser Resistenz sicher zu identifizieren, modifizierten die Wissenschaftler ihre CD8-T-Lymphozyten so, dass sie keine Alpha-Defensine mehr produzierten. Ergebnis: Im Labor getestet, war die Anti-HIV-Eigenschaft dieser Zellen gegen Null.

Um die Wirksamkeit dieser Proteine ​​zu beurteilen, testeten die Forscher eine natürliche Version, die durch Reinigung von Immunzellen gewonnen wurde, und eine künstliche (synthetische) Version. Beide Versionen haben sich als wirksam gegen HIV erwiesen. In Bezug auf die Potenz hat sich jedoch gezeigt, dass die natürliche Version 10 bis 20 Mal effektiver ist als die synthetische Version. Die Natur bleibt dem, was Forscher heute erschaffen können, vorerst überlegen.

Behandlungen morgen?

Alpha-Defensine sind keine "neuen Moleküle". Viele Säugetiere kennen ihre antibiotische Wirkung gegen Bakterien und Parasiten, aber ihre antivirale Eigenschaft ist eine echte Neuheit.

Diese Entdeckung könnte morgen das therapeutische Arsenal gegen AIDS bereichern. Eine neue Möglichkeit, die Replikation des Virus zu blockieren, ist ein echter Fortschritt. Forscher müssen derzeit an der Entwicklung synthetischer Defensine arbeiten, die so leistungsfähig sind wie ihre natürliche Version. Die Hoffnungen beziehen sich heute sowohl auf die Entwicklung eines Medikaments als auch auf einen Anti-AIDS-Impfstoff.

Der Einsatz ist enorm, angesichts der Vervielfachung der Resistenzfälle von AIDS-Viren. Trotz der erheblichen Wirksamkeit der Dreifachtherapie starben 2001 in Frankreich fast 600 Menschen an AIDS.