Von der Krebsvorsorge bis zur Behandlung hat die medizinische Bildgebung echte Fortschritte in der Patientenversorgung ermöglicht. Professor Philippe Carpentier, Leiter der Abteilung für Nuklearmedizin am Oscar-Lambret-Zentrum (Referenzzentrum für Krebsforschung in Nord-Pas-de-Calais), präsentiert den Beitrag einer der neuesten Techniken: Positronen-Emissions-Tomographie am 18 Fluor-Desoxyglucose or TEP-FDG.

Was ist das Prinzip der PET-FDG-Emissionstomographie?

Cancer TEP5

Prof. Philippe Carpentier: Zusammenfassend lässt sich sagen, dass konventionelle bildgebende Verfahren anatomische Bilder liefern, PET-FDG ein funktionelles Bild, das die Aktivität der Zelle bezeugt. Konkret wissen wir heute, dass Krebszellen mehr Glukose verbrauchen als umliegende gesunde Zellen, weil sie durch eine anarchische Proliferation gekennzeichnet sind. Um dieses Phänomen zu demonstrieren, wird dem Patienten anschließend ein mit einem radioaktiven Isotop markiertes, strahlungsfähiges Glukosemolekül injiziert. Dank einer um den Patienten herum angeordneten Positronenkamera ist es durch die Computerverarbeitung möglich, diese Emissionen aufzuzeichnen und in dreidimensionale Bilder zu übersetzen. Stoffwechselanomalien sind daher manchmal vor dem Auftreten anatomischer Anomalien sichtbar.

Führt dieses Funktionsprinzip nicht tatsächlich an Grenzen?

Prof. Philippe Carpentier: Dieses Prinzip hat einige Grenzen:

  • In bestimmten Teilen des Körpers wird Glukose auf natürliche Weise in signifikanter Weise verbraucht (Herz, aktive Muskeln, Gehirn, bestimmte Infektionsherde)
  • Glukose wird konzentriert, bevor sie über die Nieren oder die Blase ausgeschieden wird. Die Verwendung von TEP-FDG für diese Organe stellt daher ein Problem dar.

Welche Vorteile hat PET-FDG im Vergleich zu anderen medizinischen Bildgebungsverfahren (MRT, Scanner)?

Prof. Philippe Carpentier: In Bezug auf die Auflösung ist PET-FDG weniger effizient als MRT oder Scanner, da seine Auflösung in der Größenordnung von 5 mm bis 1 cm liegt. Seine Sensitivität ist jedoch viel höher als bei anderen Techniken: Die Wahrscheinlichkeit, Krebs mit dieser Technik zu entdecken, ist größer. Es kommt jedoch nicht darauf an, diese unterschiedlichen Prüfungen in Konkurrenz zu setzen, sondern im Gegenteil, ihre unterschiedlichen Vorteile zu kombinieren. Zum Beispiel kann die Erkennung einer abnormalen Größe eines Knotens auf seine krebsartige Entwicklung hinweisen. Aber wenn wir zur einzigen anatomischen Indikation ein funktionelles Bild hinzufügen, das von einer starken Zellaktivität zeugt, dann ist der Verdacht nicht mehr gültig: Es handelt sich (in der Tat) wahrscheinlich um eine Krebserkrankung. PET-Maschinen der neuen Generation kombinieren heute systematisch Scanner und PET.

Für welche Indikationen wird PET-FDG verwendet?

Prof. Philippe Carpentier: verfügbar auf ihrer Website .

Wir können einige wichtige Indikationen schematischer unterscheiden:

  • Bestätigung der Diagnose der Bösartigkeit einer Läsion wie bei Lungenkrebs
  • Die Ausdehnungsbeurteilung eines Krebses, wie bei bestimmten HNO-Krebsarten
  • Bestätigung von Wiederholungen oder deren Anzahl. Grundsätzlich gibt es zwei Fälle:
    • Ein Marker macht den Verdacht auf ein Krebsrezidiv möglich, das PET-FDG kann es bestätigen oder lokalisieren
    • Wir haben das Wiederauftreten identifiziert, möchten aber wissen, ob es eindeutig ist.
  • Die Bewertung der Wirksamkeit von Behandlungen und hier denke ich insbesondere an die Chemotherapie. Anstatt mehrere Zyklen Chemotherapie einzuleiten, bevor bildgebend beobachtet werden kann, ob eine Rückbildung des Tumors vorliegt, können wir uns vorstellen, die Wirksamkeit des Produkts ab dem ersten Zyklus mit PET-FDG zu überprüfen. Die Evolution des Tumorstoffwechsels ist tatsächlich schon lange vor seiner anatomischen Regression sichtbar. Diese letzte Indikation ist für den Patienten von Vorteil, der schneller von der am besten geeigneten Behandlung profitieren kann.

Diese Indikationen haben einen echten Einfluss auf die Krebsbehandlung: von der Diagnose bis zur Behandlung von initialem oder rezidivierendem Krebs.

Werden neben FDG noch andere spezifischere radioaktive Tracer untersucht?

Prof. Philippe Carpentier: Es laufen mehrere Studien zu markierten monoklonalen Antikörpern oder Aminosäuren. Diese Forschung befindet sich jedoch noch im Ultra-Vorstadium und FDG ist bis heute der beste radioaktive Tracer.

* - Standards, Optionen und Empfehlungen für den Einsatz der 18F-FDG-Positronen-Emissions-Tomographie (PET-FDG) in der Onkologie - Bull Cancer 2003; 90 (Sonderheft)