Ist der Morgensnack in der Schule ein Faktor für Übergewicht bei Kindern? Laut Ernährungsexperten lautet die Antwort ja. Aus der traditionellen 10-stündigen Pause ist ein richtiges Frühstück mit Keksen, Müsli und zuckerhaltigen Getränken geworden. Etwas, um sich Sorgen um die Eltern zu machen...

16% der Kinder in Frankreich leiden an Fettleibigkeit. Angesichts dieser Geißel wird von den Behörden ein neuer Beamter ausgewählt: der in den Schulen verteilte Snack. Eine Praxis, die besser kontrolliert werden kann?

Eine Pause auf der Flucht...

Collation

Experten der französischen Agentur für Lebensmittelsicherheit (Afssa) haben entschieden: Der Snack, der Kindergartenkindern angeboten wird, erscheint "nicht gerechtfertigt und stellt keine angemessene Reaktion auf das fehlende Frühstück dar"*. Der Morgensnack sei sogar "Ursprung eines Kalorienüberschusses, der nur die Zunahme der Adipositas-Prävalenz fördern kann".

Ursprünglich war der 10-Stunden-Snack jedoch als einfache „Milchpause“ gedacht. Es wurde in den fünfziger Jahren von Mendes France vorgeschlagen und zielte darauf ab, Kalziummangel bei den Jüngsten zu bekämpfen. Heute ist dieser Snack weniger gerechtfertigt, da bei Kindern im Alter von 4 bis 12 Jahren praktisch kein Calciummangel mehr besteht. Außerdem wurde die Pause zu einem richtigen Frühstück; Milch wird in der Regel von Produkten mit hoher Energiedichte wie Kekse, Kuchen oder Schokoriegel begleitet, die zu reich an einfachen Kohlenhydraten und Lipiden sind. Somit führt die morgendliche „Snackpause“ zu einer Steigerung der täglichen Kalorienaufnahme um ca. 4%!

Jedem sein eigener Snack!

Eine weitere Beobachtung: Studien zeigen, dass nur 7 % der Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren zum Fastenunterricht kommen. Für alle anderen führt diese Pause zu einer unnötigen Zunahme der Nahrungsaufnahme, was zum Naschen anregt. Afssa vertrat daher die Auffassung, dass die Nahrungsaufnahme von 10 Stunden im schulischen Umfeld "aufgrund ihrer Zusammensetzung, ihres Zeitplans, ihrer systematischen und undifferenzierten Natur" unbegründet war.

Dieser Snack sollte bei der Ankunft in der Klasse zwischen 8:30 und 9:00 Uhr verteilt werden. Damit würden diejenigen, die nichts gegessen haben, bis zum Mittagessen durchhalten und diejenigen, die bereits gefrühstückt haben, sich nicht überfordern. Im Idealfall müsste beispielsweise das fehlende Frühstück am Morgen oder der Body-Mass-Index der Kinder, wie von Afssa vorgeschlagen, überprüft werden. Aber diese Regeln scheinen in der Praxis schwer anzuwenden.

Ein ausgewogenes Frühstück vor allem!

Wichtig ist, Kindern von klein auf gute Essgewohnheiten zu vermitteln. Diese Bildung findet vor allem in der Familie statt und kann mit ernährungspädagogischen Angeboten in der Schule kombiniert werden. Tatsächlich liegt die Lösung in einem wirklich ausgewogenen Frühstück zu Hause. Um fit in den Tag zu starten, sind drei Produkte unerlässlich: ein Milchprodukt, ein Getreideprodukt, eine Frucht (oder Fruchtsaft) und ein Getränk.

Der Kampf gegen Fettleibigkeit bei Kindern ist unverzichtbar geworden. Ein erster Versuch war in den Schulen mit einer Änderung des Angebots an Produkten aus Automaten gestartet worden: Obst und Wasser hatten Schokoriegel und Limonaden ersetzt. Es bleibt noch, den Inhalt des Snacks zu überprüfen... und die Eltern müssen auf die spezifischen Praktiken der einzelnen Einrichtungen achten!

* Stellungnahme der Afssa zum Morgensnack vom 23. Januar 2004.