Interview mit Doktor Franco Roman, Bundesarzt der Französischen Föderation für Karate und Affinity Martial Arts.

Was sind die Kontraindikationen für die Ausübung von Karate?

Dr. Roman: Es gibt zwei verschiedene Praktiken im Karate: Indoor-Training und Wettkampftraining. Für das Indoor-Training gelten die Kontraindikationen für jede Sportart. In Bezug auf die Ausübung von Karate im Wettkampf sind die Kontraindikationen strenger: Zum Beispiel kann die Tatsache, dass nur ein Auge mit schlechter Sehkraft verbunden ist, den Zugang zum Kumite (Kampf) aufgrund der Häufigkeit von versehentlichen Gesichtstraumata verbieten. Schließlich werden bei Hochleistungssportlern vertiefende Untersuchungen durchgeführt, um insbesondere Herzrhythmusstörungen zu erkennen.

Was sind die gesundheitlichen Vorteile von Karate?

karate

Dr. Roman: Karate kann sehr gut für die Gesundheit sein, wenn seine Praxis angepasst wird. Im Allgemeinen beinhaltet Karate Koordination und Gleichgewicht. Je nach Alter bringt die Karate-Praxis besondere Vorteile. Bei Kindern ermöglicht es die Arbeit der Lateralisierung und Präzision der Gesten. Die Arbeit zu zweit oder in Gruppen während des Trainings hilft, soziale Beziehungen aufzubauen. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen kann Karate pädagogische Tugenden haben: Es ermöglicht, den Willen und die Energie zu kanalisieren, während man lernt, zu verlieren, zu gewinnen und vor allem die Spielregeln zu respektieren, es ermöglicht eine körperliche Aufrechterhaltung. Schließlich, wenn wir älter werden, ist das Üben von Katas (gymnastische Form des Karate) fast eine Behandlung für die neurologische und muskuläre Alterung. Bei älteren Menschen erhält die Ausübung von Karate-Gymnastik das Gleichgewicht und die Muskelmasse: Es ist ein Mittel zur Vorbeugung von Stürzen und gleichzeitig von Frakturen, insbesondere des Oberschenkelhalses.

Was sind die häufigsten Traumata?

Dr. Roman: Für die Kata-Praxis besteht fast kein Traumarisiko, insbesondere kein Muskeltrauma, solange die verwendeten Oberflächen stabil und von guter Qualität sind. Bei Kämpfen betreffen 80% der Traumata das Gesicht: Läsionen an Lippen, Nase, seltener am Auge oder am Ohr. Sie sind auf versehentliche Schläge zurückzuführen. Muskeltraumata sind keine Seltenheit, beschränken sich aber oft auf Hämatome. Beim Karate gibt es nur sehr wenige Verstauchungen oder Gelenkschäden an Knöcheln, Knien, Schultern oder Nacken. Manchmal kann es zu Verletzungen an der Hand kommen: Verstauchungen oder Frakturen der Finger. Bei Menschen, die seit 30 Jahren Karate praktizieren, kann es zu einer höheren Häufigkeit von Arthrose der Hüfte kommen, die mit der Arbeit an einem Bein verbunden ist. Aber die aktuellen Trainingsmethoden ändern sich, um diese Art von Pathologien zu vermeiden.

Welche Altersgrenzen gibt es?

Dr. Roman: Offiziell können Kinder ab 6 Jahren mit Karate beginnen. Ab 8 oder 9 Jahren können sie sich dem Wettkampfaspekt nähern, mit Katas und arbeiten in Paaren, die notiert werden. Der eigentliche Wettbewerb beginnt erst im Alter von etwa 11 bis 12 Jahren. Es ist selten, über 32 Jahre hinaus auf hohem Niveau zu praktizieren. Wir können dann den Kampf bei "höflichen Angriffen" fortsetzen. Für das Üben von Kata gibt es im Gegenteil keine obere Altersgrenze.

Welche Schutzausrüstung wird empfohlen?

Dr. Roman: Für das Üben von Kata ist kein besonderer Schutz notwendig. Während der Kämpfe im Trainingsraum wird das Tragen einer Tasse und eines Mundschutzes dringend empfohlen und das Tragen von Handschuhen ist Pflicht. Im Wettkampf sind die Regeln noch strenger: Neben Handschuhen ist der Mundschutz Pflicht, die Schale soll es bald sein. Persönlich empfehle ich auch das Tragen von Schienbeinschonern oder sogar Protektoren an den Oberseiten der Füße. Schließlich ist bei Kindern das Tragen eines Helms im Wettkampf obligatorisch.