Vor zwanzig Jahren forderte Hodenkrebs viele Menschenleben. Aber heute ist die Behandlung bei Früherkennung zu mehr als 95 % wirksam. Entdecken Sie die Schlüssel zu dieser therapeutischen Revolution.

Hodenkrebs wird heute sehr gut behandelt, wobei die Heilungsraten in den meisten Fällen nahe 100 % liegen.

Entfernung des erkrankten Hodens

Der erste Schritt ist die Entfernung des erkrankten Hodens oder die Orchiektomie. Diese Operation kann beängstigend sein, obwohl die Heilungschancen beeindruckend sind. Die Operation wird unter Vollnarkose durchgeführt. Der Schnitt erfolgt an der Leistenfalte (Leisteninzision) und nicht auf Höhe der Bursarien. Wenn sich Krebszellen ausdehnen, können einige Lymphknoten (der Ausbreitungsweg der Krebszellen) entfernt werden. Dies wird als lumbale Aortendissektion bezeichnet.

Der entfernte Hoden kann optional nach Wunsch des Patienten durch eine Prothese ersetzt werden. Aber allein der „überlebende Hoden“ kann eine ausreichende Spermienproduktion vermuten, wenn der Patient Kinder möchte. Vor Beginn der Strahlen- oder Chemotherapie sollte der Arzt jedoch erwägen, die Spermien des Patienten aufzubewahren, da bestimmte Behandlungen die Spermienbildung verändern können. Dieser Schritt kann nach der Operation durchgeführt werden, da weniger als 2% der Krebsarten dieser Art beide Hoden betreffen.

Der Krankenhausaufenthalt dauert nicht länger als zwei Tage und eine Woche Rekonvaleszenz. Der entnommene Hoden wird dann mikroskopisch untersucht, das Fortschreiten des Krebses wird durch die Analyse spezifischer Marker bestimmt. Darüber hinaus kann ein CT-Scan des Abdomens und des Thorax verwendet werden, um das Ausmaß des Tumors zu beurteilen.

Chemotherapie und Strahlentherapie

Wird der Krebs frühzeitig entdeckt, ist nur der Hoden betroffen und die ihn umgebenden Hüllen sind unversehrt. In diesem Fall kann eine Operation ausreichend sein. Vermutet man jedoch einen Befall der Lymphknoten, werden zusätzliche Behandlungen durchgeführt. Abhängig von der Krebserkrankung und ihrem fortgeschrittenen Stadium stehen dem Facharzt mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Wenn es sich um ein Seminom handelt, kann sich der Therapeut für eine Strahlentherapie entscheiden, da er weiß, dass diese Krebsart besonders strahlenempfindlich ist. Andernfalls wird eine medikamentöse Behandlung durch Chemotherapie gewählt. Arzneimittelkombinationen waren in den letzten Jahren besonders wirksam und haben es ermöglicht, die Zahl der Rezidive deutlich zu begrenzen. Es war die Einführung von Cisplatin in den 1980er Jahren, die die Behandlungen wirklich revolutionierte. Früh genug behandelt, ist dieser Krebs zu über 90% geheilt. Die Zahlen zeigen nur 2 bis 5 % Rezidiv innerhalb von 25 Jahren nach der Genesung. Das beweisen die vielen Siege des berühmten Radsportlers Lance Armstrong, Gewinner seiner dritten Tour de France fünf Jahre nach der Diagnose seines Hodenkrebses.

Patientennachsorge und Lebensqualität

Drei Monate nach der Behandlung erfolgt eine erste Begutachtung. In allen Fällen ist eine Überwachung für 5 bis 10 Jahre unerlässlich: zwei Jahre lang alle sechs Monate und danach einmal im Jahr. Jede Untersuchung umfasst eine Untersuchung des Abdomens und des Brustkorbs, eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs und eine Blutuntersuchung auf Tumormarker (für das Vorhandensein von Krebstumoren charakteristische Substanzen).

In Bezug auf die Lebensqualität ermöglichte eine französische Studie, die Folgen einer Behandlung abzuschätzen. Das Team von Dr. Florence Joly vom Centre François Baclesse in Caen verglich 71 Hodenkrebsüberlebende mit 119 Männern gleichen Alters und gleichen Wohnorts. Nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 11 Jahren waren die Lebensqualität und die Allgemeinsymptomatik (beurteilt durch standardisierte Fragebögen) zwischen beiden Gruppen identisch. Der einzige Unterschied besteht darin, dass ehemalige Patienten häufiger sexuelle Störungen haben (Lustverlust, Lustverlust, Erektionsstörungen usw.). Es ist jedoch schwer zu sagen, ob sie das Ergebnis der Behandlung oder einer Funktionsstörung des Hodens sind, die bereits den Krebs verursacht. Ein weiterer von ehemaligen Patienten angesprochener Punkt ist die von den Verbänden bereits erwähnte größte Schwierigkeit bei der Erlangung von Bankkrediten.

*JClin Oncol. 1. Januar 2002; 20(1): 73-80.