HNO-Infektionen heilen in der Regel schnell ab, können aber auch zu mehr oder weniger schwerwiegenden Komplikationen führen. Aus diesem Grund ist es wichtig, das Kind zu überwachen, um Folgeschäden zu vermeiden. Dies ist insbesondere bei Ohrenentzündungen der Fall.

HNO-Komplikationen: Otitis, Sinusitis und Ethmoiditis

Die Nasopharyngitis ist in den ersten Lebensjahren unvermeidlich. Wir können sogar sagen, dass sie normal sind, insofern sie den ersten Kontakt des Kleinkindes mit in der Umwelt vorhandenen Infektionserregern, insbesondere Viren, widerspiegeln. So baut der Säugling sein Immunsystem auf, das es ihm ermöglicht, Infektionen immer besser zu widerstehen. Eine Nasopharyngitis kann jedoch der Ausgangspunkt für andere schwerwiegendere Erkrankungen sein, insbesondere Ohrenentzündungen, aber auch Sinusitis. Tatsächlich münden die Nasennebenhöhlen, Hohlräume, die in bestimmte Knochen des Kopfes gegraben wurden, in die Nasenhöhlen und der Nasopharynx, der die Nasenhöhlen in Richtung Rachen verlängert, kommuniziert mit dem Ohr durch die Eustachische Röhre. Während Ohrenentzündungen häufig sind, ist eine akute Sinusitis bei kleinen Kindern sehr selten. Es kann sich um eine Ethmoiditis (Infektion des Siebbeins, einem der Knochen, die das "Dach" der Nasenhöhle bilden) handeln, die sich als hohes Fieber mit oft Schwellung der Augenlider auf der betroffenen Seite äußert. Eine antibiotische Behandlung ist dringend erforderlich, da lokale Komplikationen zum Verlust des Sehvermögens führen können. Sinusitis maxillaris, ob akut oder chronisch, hat diesen schwerwiegenden Charakter nicht.

Otitis: Vorsicht vor Hörproblemen

Akute Ohrenentzündungen heilen in der Regel innerhalb weniger Tage aus. Eine systematische antibiotische Behandlung hilft, bestimmte außergewöhnliche Komplikationen wie Meningitis oder Mastoiditis zu verhindern. Chronische Otitis ist eine viel häufigere Komplikation. Sie kann einer akuten Otitis folgen oder, häufiger, ruhig ohne offensichtlichen Bezug zu einer akuten Episode. Es ist auf die Persistenz eines entzündlichen Zustands des Ohrs hinter dem Trommelfell zurückzuführen, der die Ansammlung einer serösen oder schleimigen Flüssigkeit verursacht (daher der Name Schleim- oder Serum-Schleim-Otitis). Diese Ohrinfektionen sind nicht von Natur aus schwerwiegend, sollten aber ernst genommen werden, da sie einen Hörverlust verursachen, der beim Sprachenlernen oder Lesen sehr ärgerlich sein kann. In diesem Fall werden Jojos (oder transtympanische Beatmungsgeräte) eingesetzt, die eine extrem schnelle Verbesserung des Hörvermögens ermöglichen, indem die Flüssigkeit hinter dem Trommelfell entfernt wird. Sie werden normalerweise bei Kindern zwischen zwei und sieben Jahren eingesetzt.

Chronische Otitis kann Gehörschäden hinterlassen. In seltenen Fällen kann es auch zur Bildung eines gutartigen Tumors namens Cholesteatom kommen, der operiert werden muss, weil er den Knochen zerstört und schwerwiegenden Komplikationen (Gesichtslähmung, Schwindel usw.) ausgesetzt ist. Jede chronische Otitis sollte daher engmaschig überwacht werden. Aber keine Panik: Das Vorliegen eines serösen Ergusses ist nach einer akuten Otitis sehr häufig. Dieser Erguss wird im Allgemeinen schnell von selbst abklingen. Von chronischer Otitis spricht man nur, wenn sie länger als drei Monate andauert.