Fast ein Drittel der HIV-Infizierten ist auch mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert.Diese Koinfektion bleibt nicht ohne Folgen, da sie in dieser Bevölkerungsgruppe die häufigste Todesursache ist. Nach langer Zeit im Hintergrund ermöglicht das Management der Hepatitis C in 40% der Fälle die Ausrottung des Virus.

VIH-VHC

In Frankreich sind schätzungsweise 30 % der mit HIV infizierten Patienten auch mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) infiziert. Diese Koinfektion erklärt zum Teil, warum die chronische Hepatitis C in dieser von jungen Erwachsenen dominierten Bevölkerung zur Haupttodesursache geworden ist.

Ein vorrangiges Anliegen

Seit 1996 hat sich das Gesicht der HIV-Infektion mit dem Aufkommen der Triple-Therapie wirklich verändert. Die Prognose der Erkrankung und das Überleben infizierter Patienten haben sich deutlich verbessert. Antiretrovirale Medikamente ermöglichen es somit, die Immunsituation von Menschen mit HIV zu stabilisieren.

Dabei wird die Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) nicht mehr in den Hintergrund gedrängt, sondern zu einem wichtigen Thema. Chronische Hepatitis C ist bei dieser Bevölkerungsgruppe sogar zur Haupttodesursache geworden. Die Lebererkrankung schreitet bei koinfizierten Patienten viel schneller voran als bei Patienten, die nur mit HCV infiziert sind. Diese Besonderheit setzt sie somit einem erhöhten Risiko aus, zu einer Leberzirrhose fortzuschreiten und wird immer häufiger zur Todesursache.

"Diese schnellere Entwicklung ist natürlich auf eine sekundäre Immunsuppression gegen HIV zurückzuführen, aber auch auf den übermäßigen Konsum von alkoholischen Getränken, der in dieser Bevölkerung häufig vorkommt", erläutert Dr. Yves Benhamou von der hepato-gastroenterologischen Abteilung des Krankenhauses La Pitié-Salpétrière (Paris). Aber auch die Behandlung von Hepatitis C hat sich in letzter Zeit weiterentwickelt.

Effektive Behandlung

Die Behandlung von Hepatitis C basiert nun auf der Kombination zweier Medikamente:

  • Einmal wöchentlich subkutan verabreichtes pegyliertes Interferon
  • Ribavirin wird oral in einer Menge von 4 bis 6 Tabletten pro Tag resorbiert.

Die Dauer dieser Behandlung variiert zwischen 6 Monaten und 1 Jahr. Die Erfolgsquote bei nur von HCV betroffenen Patienten erreicht insgesamt 50 %, wobei die Erfolgsraten je nach Virus variieren: über 80 % für Genotyp 2 und 3 und fast 40 % für Genotyp 1. Bisher gab es jedoch nur sehr wenige Daten über die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Behandlungen bei HIV-HCV-koinfizierten Patienten. Aber drei große therapeutische Studien mit etwa 1.413 infizierten Patienten haben sehr ermutigende Ergebnisse geliefert.

Hepatitis-C-Behandlung: 40% Heilung!

Die drei klinischen Studien (APRICOT, RIBAVIC und ACTG) haben es somit ermöglicht, das Management dieser Patienten zu klären. Laut Prof. Gilles Pialoux von der Abteilung für Infektions- und Tropenkrankheiten des Tenon-Krankenhauses (Paris) lassen sich die wichtigsten Schlussfolgerungen dieser Arbeit wie folgt zusammenfassen:

  • Die Bitherapie pegyliertes Interferon alpha + Ribavirin ist der traditionellen Interferonbehandlung (täglich verabreicht) + Ribavirin überlegen und stellt somit die Referenzbehandlung dar
  • Die Ergebnisse sind niedriger als bei HCV-Monoinfizierten, aber die Bitherapie mit pegyliertem Interferon alpha + Ribavirin führt zu bis zu 40 % der anhaltenden virologischen Reaktionen, einschließlich 62 % der möglichen Reaktionen bei einem Nicht-1-Genotyp (APRICOT-Studie)
  • Die Rate der Nebenwirkungen, die zum Abbruch der Behandlung führen, ist hoch (von 15 % für APRICOT bis zu 38 % für die RIBAVIC-Studie)
  • Es besteht keine offensichtliche Korrelation zwischen der anhaltenden virologischen Reaktion (was auf eine gute Wirksamkeit der Behandlung hinweist) und der Bewertung der Fibrose (was auf eine Beteiligung der Leber hinweist). Diese Beobachtung setzt daher die Existenz anderer fibrosierender Faktoren bei HIV-HCV-Koinfizierten voraus
  • Wie bei den Monoinfizierten ist es möglich, ab der 12. Behandlungswoche über eine einfache Messung der HCV-Viruslast die Wahrscheinlichkeit eines anhaltenden virologischen Ansprechens (Heilung) in der 72 der 3. Monat.

Es bleiben jedoch einige Fragezeichen: Was sind die Gründe für dieses schlechtere therapeutische Ansprechen bei koinfizierten Patienten? Ist diese Wechselwirkung mit einer antiretroviralen Behandlung oder eine weniger gute Nachsorge der Behandlung?

Auch wenn die Heilungsraten niedriger zu sein scheinen als bei Patienten, die nur mit HCV infiziert sind, ermutigen uns diese Ergebnisse (40% Heilung) dazu, koinfizierten Patienten eine antivirale C-Behandlung anzubieten, unter der Bedingung, dass die Nebenwirkungen schnell behoben werden können. ein erhebliches Hindernis darstellen.

Derzeit ist der Beginn einer Behandlung gegen chronische Hepatitis C bei koinfizierten Patienten besser definiert: Sie kann erfolgen, wenn die HIV-Infektion gut unter Kontrolle ist. Die Standard-Doppeltherapie (pegyliertes Interferon alpha und Ribavirin) kann nach Prüfung der Kompatibilität mit der Anti-HIV-Behandlung und des immunologischen Status in Betracht gezogen werden.