Nach sechs Monaten, wenn die schützenden mütterlichen Antikörper verschwinden, ist das Kind anfälliger für Herpes. Die Primärinfektion erreicht ihren Höhepunkt im Alter von zwei Jahren. Im Alter von vier bis fünf Jahren ist bereits ein Drittel der Kinder mit dem Herpesvirus infiziert. Was sind die Symptome, Kontaminationsarten und Komplikationen? Um mehr zu erfahren, haben wir Professor Alain Taïeb, Präsident der Französischen Gesellschaft für Kinderdermatologie und Leiter der Dermatologieabteilung des Krankenhauses Saint-André in Bordeaux, interviewt.

Wann ist die erste Begegnung mit dem Herpesvirus?

Pr. Taïeb: Eine Herpesinfektion kann von Geburt an auftreten und wird am häufigsten von der Mutter asymptomatisch während der Geburt übertragen. Neugeborener Herpes ist die von Ärzten am meisten gefürchtete Manifestation, die am häufigsten mit dem Typ-II-Virus (sexuell übertragen) in Verbindung gebracht wird, aber die Zahl der Fälle ist relativ gering. In Frankreich gibt es jedes Jahr nicht mehr als zwanzig solcher Fälle. Für das Baby ist die Prognose oft sehr ernst mit dem Risiko eines tödlichen Ausganges bei disseminierter Form und neurologischen Folgeerkrankungen bei eingeschränkteren Formen.

In den ersten sechs Monaten ist das Kind teilweise durch die von der Mutter während der Schwangerschaft übertragenen Antikörper geschützt. Denken Sie daran, dass 70 % der Erwachsenen Antikörper gegen das Herpesvirus Typ 1 haben (d. h. Fälle von Herpes, die sich am häufigsten oberhalb der Taille befinden). Anschließend wird das Kind verwundbar und es kommt zu einem Ansteckungsgipfel im Alter von ca.

Was sind neben der kollektiven Kinderbetreuung die wichtigsten Methoden der Herpes-Kontamination?

Pr. Taïeb: Meistens können wir sagen, dass die Kontamination innerfamiliär ist. Das klassische „Herpesbläschen“ ist die klassischste Form des Herpes im Erwachsenenalter durch das Virus Typ 1. Während der Vesikelphase ist der Mensch sehr ansteckend, die Ansteckung reicht jedoch von den Warnzeichen bis zur Bildung der Kruste. In dieser Phase kann ein einfacher Kuss auf die Wange die Quelle der Kontamination sein. Darüber hinaus enthalten Speichel und Nasensekret auch Infektionserreger, und diese Episoden sind asymptomatisch. Speicheltröpfchen können somit mehrere Stunden lang kontaminieren.

Was sind die Symptome von Herpes bei Kindern?

Pr. Taïeb: Es wurde angenommen, dass weniger als 10 % der Erstkontakte mit dem als "Primärinfektion" bezeichneten Virus von auffälligen Symptomen begleitet waren. Diese Zahl wird derzeit revidiert und es wird derzeit geschätzt, dass der Prozentsatz der sichtbaren Manifestationen, obwohl sie oft geringfügig sind, höher ist als der von asymptomatischen Infektionen.

Die häufigste Manifestation ist eine Schädigung der: „ Mundinnenseite herpetische Gingivostomatitis “. In einem regionalen Krankenhauszentrum wie unserem werden aus diesem Grund durchschnittlich 10 Kinder pro Jahr wegen ausgedehnter oder schwerer Formen, die die Ernährung stören, ins Krankenhaus eingeliefert.

Was sind die Hauptrisiken, die Hauptkomplikationen von Herpes?

Pr. Taïeb: Bei der Gingivostomatitis werden Erosionen der Schleimhaut, Zunge und des Zahnfleisches, beobachtet Fieber und manchmal entfernte Bläschen im Gesicht. Schmerzen können zu einer Verweigerung des Essens und Trinkens führen, daher ist bei hospitalisierten Kindern der erste zu berücksichtigende Faktor Dehydration.

Kinder mit Neurodermitis sind besonders anfällig für das Herpesvirus, das sehr ausgedehnte Hautläsionen verursachen kann.

Augenschäden verursachen Entzündungen, von denen die die schwerwiegendste ist Keratitis Herpes-. Allerdings bleibt diese Art der Infektion bei Kindern im Rahmen der Primärinfektion selten. Wir identifizierten nur einen Fall in einer Serie von 80 Primärinfektionen. Keratitis sollte einer speziellen Überwachung unterzogen werden.

Was ist im Falle eines Herpes-Ausbruchs für ihn und für andere zu tun?

Pr. Taïeb: Im Falle einer symptomatischen Primärinfektion ist es ratsam, auf eine antivirale Herpesbehandlung in Form einer Suspension Einnehmen zurückzugreifen zum, um eine Ausbreitung und einen Krankenhausaufenthalt zu verhindern. Bei sehr akuter Gingivostomatitis kann sie mit einer schmerzstillenden und ggf. einer kombiniert werden Behandlung antibiotischen Behandlung bei Superinfektion (bei diffusen kutanen Formen bei Kindern mit Ekzemen).

Um eine Ansteckung anderer Kinder zu vermeiden, können diese ferngehalten werden. Wir wissen jedoch, dass die Erstmanifestation umso potenziell schwerwiegender ist, je später die Primärinfektion auftritt. Aus Sicht der öffentlichen Gesundheit trägt eine Infektion im Kindesalter zur Konstitution des Immunsystems bei.