Chronische Hepatitis C mischt sich nicht mit Alkohol und Zigaretten, daher wird ihr Konsum nicht empfohlen, um eine schnelle Zerstörung der Leber zu vermeiden. Aber das ist noch nicht alles, eine neue Studie kündigt an, dass auch Cannabis verboten werden sollte. Ohne Feuer kein Rauch...

Cannabis

Bei Patienten mit Hepatitis C fördern Alkohol und Rauchen das Fortschreiten der Leberzellen, die sich in fibröses Gewebe (Fibrose) verwandeln. Aber bisher haben nur wenige Studien die Wirkung anderer Medikamente untersucht. Dies wird jetzt dank der Arbeit an Cannabis erreicht. Zurück zu den Forschungsergebnissen, die im Rahmen des 39. Kongresses der Europäischen Gesellschaft zur Erforschung der Leber vorgestellt wurden, der im April 2004 in Berlin stattfand.

Cannabis und Fibrose: vermutete Verbindungen

Cannabinoide, die Wirkstoffe in Marihuana, wirken über zwei Rezeptoren, CB1 und CB2. Ein Team der CHU Henri Mondor in Créteil hatte bei Tierversuchen vermutet, dass das Fortschreiten der Fibrose teilweise durch diese Cannabinoid-Rezeptoren gesteuert wird. Im Jahr 2002 fanden sie heraus, dass bei Patienten mit Leberzirrhose die CB1-Rezeptoren in einigen Leberzellen signifikant erhöht waren.

Unter der Leitung von Prof. Grenard setzt dieses Team diese Untersuchungen fort, indem es das Ausmaß der experimentell induzierten Fibrose bei Wildmäusen und Mäusen vergleicht, die keine CB1-Rezeptoren mehr besitzen. Ergebnis: Die transgenen Mäuse zeigten weniger Leberschäden als die Wildmäuse. Diese Rezeptoren würden daher die Fibrogenese stimulieren.

Laut dem Team könnte der Einsatz von Molekülen, die die CB1-Rezeptoren blockieren, einen neuen Ansatz in der Behandlung von Leberfibrose darstellen. Dies sind alles Hinweise, die darauf hindeuten könnten, dass der Cannabiskonsum für Patienten, die mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert sind, nicht trivial wäre.

Das Gelenk: ein erschwerender Faktor

Zwar untersuchte ein Team aus Créteil, diesmal unter der Leitung von Prof. Christophe Hezode, das Fortschreiten der Fibrose bei 195 Patienten mit chronischer Hepatitis C. In jedem von ihnen wurden der Konsum von Tabak, Cannabis, Alkohol, das Alter der Kontamination, das Geschlecht, die Kontaminationsart, der Genotyp des Virus, der Body-Mass-Index... notiert.. Durch die Isolierung des alleinigen Einflusses von Hanf erscheinen die Ergebnisse recht deutlich, da ein beschleunigtes Fortschreiten der Fibrose festgestellt wurde:

  • Bei 63 % der Patienten, die täglich Cannabis rauchen (durchschnittlich 3 Joints pro Tag), bei 50 % der Gelegenheitskonsumenten (1 bis 2 pro Woche) und bei 42 % der Nichtkonsumenten
  • Diese Unterschiede waren unabhängig von Alkoholkonsum (mehr als 30 Gramm pro Tag), Tabak, Alter zum Zeitpunkt der Ansteckung und Steatose (Infiltration von Fett in die Leber).

Nach Ansicht der Autoren besteht daher tatsächlich ein Zusammenhang zwischen dem täglichen Cannabiskonsum und dem Fortschreiten der Fibrose bei Patienten mit chronischer Hepatitis C. Ergebnisse in Übereinstimmung mit den experimentellen Daten, die den CB1-Rezeptoren eine fibrinogene Rolle zuschreiben.

Kein Alkohol, kein Tabak, kein Cannabis...

Wird es morgen notwendig sein, den Konsum von Cannabis zusätzlich zu Zigaretten und Alkohol bei Patienten mit chronischer Hepatitis C zu verbieten? In einer Bevölkerung, die häufig Drogenkonsum hat, kann es manchmal schwierig sein, solche Verhaltensänderungen herbeizuführen.

Sie müssen jedoch durch weitere prospektive Studien mit einer größeren Patientenzahl bestätigt und durch eine vertiefte Befragung zum Konsum anderer Substanzen (Ecstasy, Amphetamine...) ergänzt werden, da auf diesem Europäischen Kongress eine amerikanische Studie vorgestellt wurde hat eine inverse Wirkung von CB2-Rezeptoren beschrieben. Fortsetzung folgt...