Epilepsie, die auf einer babylonischen Tafel von mindestens 2000 v. Chr. bekannt und beschrieben ist, hat immer fasziniert oder erschreckt. Neue bildgebende Verfahren des Gehirns und neue Medikamente, die im 20. Jahrhundert auf den Markt kamen, haben das Verständnis und die Behandlung dieser Krankheit verbessert.

Epilepsie wird seit langem als spiritueller Ursprung angesehen. Die von Hippokrates aufgestellte Hypothese einer zerebralen Dysfunktion wurde erst im 19. Jahrhundert mit der Entwicklung der Neurologie erkannt. Die verschiedenen therapeutischen Fortschritte machen es heute möglich, 70 % der Patienten erfolgreich zu behandeln.

2000 Jahre v. Chr.

Das älteste Dokument über Epilepsie ist eine babylonische Tafel im British Museum. In diesem nicht weniger als 40 Tabletten umfassenden medizinischen Handbuch finden wir eine genaue Beschreibung der meisten der derzeit bekannten Arten von Anfällen. Damals wird der Krankheit ein übernatürlicher Charakter zugeschrieben: Jede Art von Krise wird mit dem Namen eines bösen Geistes oder Gottes in Verbindung gebracht.

Im 5. Jahrhundert v. Chr

Im fünften Jahrhundert v. JC., die Griechen nennen es "Die heilige Krankheit". Seine Beschreibung findet sich in der gleichnamigen hippokratischen Abhandlung. Dieser Zeit wurde auch der Begriff "seleniazetai" zugeschrieben, der Epileptikern zugeschrieben wurde, von denen angenommen wurde, dass sie von den Mondphasen oder von der Göttin Selene betroffen waren. Aber schon Hippokrates vermutete als Ursache dieser Erkrankung eine zerebrale Dysregulation. Diese völlig revolutionäre Auffassung (viel weniger vergeistigt als die der damaligen Zeit) wird sich erst im 18. und 19. Jahrhundert ausbreiten.

2000 Jahre übernatürliche Vorstellungen

epilepsie vangogh

In Europa wurden im Mittelalter die Orte, an die Saint-Valentin (Schutzpatron der Epileptiker) ging, Wallfahrtsorte, an denen Menschen das Böse heilen wollten: Rom und Terni in Italien, Ruffec in Frankreich, Poppel in Belgien und Passau in Deutschland.

2000 Jahre lang herrschten Unverständnis und Angst vor und führten zu oft zur Ablehnung der Kranken, die als Ausgestoßene behandelt wurden. Die Geschichte hat jedoch sehr berühmte Epileptiker: Julius Caesar, Dostojewski, van Gogh, Molière oder Napoleon Bonaparte. Um die Namen einiger berühmter Epileptiker herauszufinden, können Sie die Website des Epilepsiemuseums besuchen .

Wichtige Entdeckungen des 19. Jahrhunderts

Mit dem neunzehnten Jahrhundert entsteht eine neue medizinische Disziplin: die Neurologie, die sich von der Psychiatrie abhebt.

Im Jahr 1857 begann sich Bromid, das erste gegen Epilepsie wirksame Medikament, in Europa und den Vereinigten Staaten zu verbreiten.

1873 war die Arbeit des Londoner Neurologen Hughlins Jackson ein wichtiger Schritt in Richtung unserer modernen Auffassung von Epilepsie.

Er stellt die Hypothese auf, dass epileptische Anfälle durch plötzliche elektrochemische Entladungen im Gehirn verursacht werden und dass der Charakter der Anfälle mit dem Ort und der Funktion des Ortes dieser Entladungen zusammenhängt.

Das zwanzigste Jahrhundert und die Entwicklung der Behandlung

1920 entwickelte der deutsche Psychiater Hans Berger die Technik des Elektroenzephalographen (EEG), eine Technik, die die Erkennung und Messung der elektrischen Aktivität des Gehirns ermöglicht und die Hypothese von Hughlins Jackson bestätigen wird. Durch die Lokalisierung epileptischer Entlassungsstellen hat das EEG seit den 1950er Jahren die Entwicklung neurochirurgischer Behandlungen ermöglicht.

Gleichzeitig haben die medikamentösen Behandlungen erhebliche Fortschritte gemacht. Neben Phenobarbital (1912) und Phenytoin (1938) kommen noch viele weitere Moleküle hinzu. Heute können epileptische Anfälle bei Kindern oder Erwachsenen in 70 bis 80 % der neu diagnostizierten Fälle unter Kontrolle gebracht werden.

Schließlich haben die technologischen Entwicklungen im Bereich der Neuroimaging-Geräte es ermöglicht, die Erkennung kleiner Hirnläsionen (traumatisch, angeborene, infektiöse, vaskuläre, tumorbedingte, degenerative) am Ursprung der Epilepsie weiter zu verbessern. Diese Fortschritte verdanken wir insbesondere der Entwicklung der Computertomographie (bzw. Computertomographie), der Magnetresonanztomographie (MRT), der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und der Photonen-Emissions-Tomographie (SPECT).

Trotz dieser Fortschritte zieht die Weltgesundheitsorganisation eine traurige Bilanz: Von den 50 Millionen Epilepsien weltweit haben rund 35 Millionen keinen Zugang zu einer angemessenen Behandlung: Entweder gibt es keine Dienste oder die Epilepsie nicht nicht als medizinisches Problem oder als eine behandlungsbedürftige Erkrankung des Gehirns angesehen.