Viele Studien haben die Auswirkungen des Fernsehens auf die Zuschauer untersucht. Amerikanische Studien haben jedoch den Beweis erbracht, dass der kleine Bildschirm die Menschen über eine Stunde pro Tag hinaus aggressiv machen würde! Sollten Sie also Ihre Station ausschalten?

Die Debatte über das Fernsehen und seine möglichen schädlichen Auswirkungen kehrt regelmäßig in den Vordergrund der Bühne zurück. Und wenn Tausende von Studien widersprüchliche Ergebnisse bringen, könnte die jüngste, veröffentlicht vom renommierten Magazin Science, durchaus der Anfang einer Lösung sein. Es beweist, dass zu viel kleiner Bildschirm gleichbedeutend ist mit Aggressivität...

Ein Studium über mehr als 17 Jahre

Diese Studie verdient, dass wir hier aufhören, weil sie eine der wichtigsten ist, die zu diesem Thema durchgeführt wurde. Sie umfasste einerseits 707 amerikanische Familien, vor allem aber begleitete sie sie über mehr als 17 Jahre. So wurden in den Jahren 1983, 1985, 1993 und 2000 Zuschauer und ihre Familien interviewt. Sie waren bei den ersten Interviews im Durchschnitt 16 Jahre alt, bei den letzten also etwa 30 Jahre alt. Ein so langes Follow-up ist bei einer Studie zu diesem Thema besonders außergewöhnlich.

Eine Stunde ist in Ordnung... Drei Stunden, hallo Schaden!

Télévision et violence

Um die Auswirkungen des Fernsehens herauszufinden, teilten die Forscher die Zuschauer in drei Gruppen ein: weniger als eine Stunde Fernsehen pro Tag, eine bis drei Stunden und mehr als drei Stunden. Durch Befragung der Familie und der örtlichen Behörden ermittelten sie dann die Zahl der von den verfolgten Personen begangenen Gewalttaten: Übergriffe, Schlägereien usw. Ergebnisse: Je mehr Menschen fernsehen, desto aggressiver werden sie. Dies gilt insbesondere für junge Menschen: Nur 5,7 % derjenigen, die weniger als eine Stunde vor dem kleinen Bildschirm verbrachten, hatten zwischen 16 und 22 Jahren Gewalttaten begangen. So kletterte diese Quote bei 1 bis 3 Stunden TV auf 22,5% und über drei Stunden sogar auf 28,8%.

Sind Jungen stärker beeinflusst als Mädchen?

Bei genauerer Betrachtung stellten die Wissenschaftler fest, dass Jungen stärker vom kleinen Bildschirm beeinflusst zu sein schienen als Mädchen. So haben männliche Zuschauer im Alter von 16 bis 22 Jahren, die täglich mehr als drei Stunden arbeiteten, 45,2 % Gewalttaten begangen, gegenüber 8,9 % derjenigen, die nicht länger als eine Stunde blieben. Auf der anderen Seite lagen die Prozentsätze bei diesen jungen Damen bei 2,3% bzw. 12,7%. Sie wirken daher im Allgemeinen viel weniger aggressiv, scheinen aber auch Opfer des gleichen Einflusses des Fernsehens zu sein.

Sind Erwachsene ruhiger?

Die Studie untersuchte auch den Zeitraum zwischen 22 und 30 Jahren, um herauszufinden, ob die Wirkung des Fernsehens mit dem Alter nachließ. Die Unterschiede zwischen den Aggressionsraten nach Zeitaufwand sind bei Erwachsenen im Allgemeinen geringer (7,2 % für diejenigen, die weniger als eine Stunde am Tag fernsehen, 9 % zwischen 1 und 3 Stunden und 17,8 % für mehr als drei Stunden), aber im Detail reagieren die beiden Geschlechter nicht gleich. Tatsächlich ist der Unterschied in der Aggressivität bei Frauen je nach der Zeit, die sie vor dem Fernseher verbringen, enorm, größer als bei Jugendlichen: von 0 % für diejenigen, die weniger als eine Stunde pro Tag verbringen, bis zu 16,8 % für Frauen es. Sind junge Frauen mit zunehmendem Alter leichter zu beeinflussen?

Ein starker Verdacht

Achtung, die Autoren werfen dem Fernsehen nicht direkt vor, Gewalt zu erzeugen! Sie sehen nur einen Zusammenhang zwischen den beiden Phänomenen. Dieser Zusammenhang scheint umso stärker, als er unabhängig von anderen Faktoren (soziale Ebene, Wohnort usw.) ist. Aber Vorsicht, die Autoren gehen davon aus, dass das Fernsehen durchschnittlich fünf Gewalttaten pro Stunde zeigt, bei Jugendsendungen sogar mehr als 20. Sie beantworten auch nicht die Frage: "Ist es das Fernsehen, das Menschen gewalttätig macht oder sehen gewalttätige Menschen mehr Fernsehen?" Die Autoren favorisieren die erste Hypothese...