Amerikanische Biologen haben gerade die heilenden Eigenschaften eines im Speichel enthaltenen natürlichen Proteins bestätigt. Genug, um viele therapeutische Perspektiven in der Dermatologie und Chirurgie zu eröffnen.

Nicht verheilte Wunden werden oft lokal von Proteinabbau und Superinfektion durch Bakterien begleitet. Neuere Arbeiten* legen nun nahe, dass das therapeutische Arsenal, das uns zu ihrer Heilung zur Verfügung steht, bald bereichert werden könnte. Und dies dank der ungewöhnlichen Eigenschaften eines kleinen Proteins, das in vielen biologischen Medien vorkommt.

Ein Protein mit mehreren Kräften

cicatrisation

Diese Substanz mit dem barbarischen Namen SLPI (oder sekretorischer Leukozyten-Protease-Inhibitor) verhält sich wie ein Entzündungshemmer. Es wirkt aber auch dem Abbau vieler natürlich im Körper vorkommender Proteine ​​entgegen, insbesondere in der Hautschicht. Darüber hinaus ist es an der Abwehr von mikrobiellen Erregern verschiedener Art, Viren, Bakterien und Pilzen beteiligt. Aufgrund seiner wichtigen Rolle kommt es an vielen Stellen im Körper vor, beispielsweise in der Samenflüssigkeit, die bei Männern zur Spermienproduktion verwendet wird, in den Schleimhäuten der Bronchien oder im Speichel. Es existiert auch in einem normalen Zustand in den Zellen der Haut.

Eine bestätigte heilende Rolle

Der heilende Einfluss des SLPI-Proteins wurde bereits vermutet, Biologen des American Institute of Health in Bethesda haben diese Hypothese gerade in einer Reihe von Experimenten bestätigt.

Auf den ersten Blick produzierten sie dank komplexer genetischer Manipulationen Mäuse, denen das SLPI-Protein fehlte. Sie beobachteten dann, dass sich die Wunden dieser "modifizierten" Nagetiere viel langsamer schlossen als die anderer Labormäuse. Tatsächlich geschah alles so, als ob bei diesen Tieren ein zu starker Abbau von Proteinen wie Kollagen die Bildung von neuem Reparaturgewebe an den Wundrändern verhinderte.

Von Mäusen und Männern

Die Forscher gingen dann weiter und trugen das SLPI-Protein auf die Haut von Mäusen mit Wunden auf. In zwei Tagen erlangten die Tiere dann ihre natürlichen Heilkräfte zurück und die Wunden heilten.

Das ist natürlich noch immer nur Spitzenforschung. Aber wenn sie bestätigt wird, könnte diese Arbeit zu Anwendungen beim Menschen führen. Denkbar wäre beispielsweise der Einsatz dieses Heilproteins bei chronischen Wunden, wie zum Beispiel Beingeschwüren, die unansehnlich und oft sehr schwer heilend sind. Dieses Protein könnte auch bei älteren Menschen mit Wunden sehr wertvoll sein, da bei letzteren die Heilung im Allgemeinen schlechter ist. Schließlich können wir nicht ausschließen, dass es eines Tages, warum nicht, zur Bekämpfung der Hautalterung beitragen könnte, indem es dem Abbau von Hautproteinen entgegenwirkt. Dies ohne seine antiinfektiösen Eigenschaften zu zählen.

Wir verstehen endlich, warum Tiere sich gegenseitig lecken

Jedenfalls zeigt diese Entdeckung einmal mehr, dass Mutter Natur es wusste, uns mit sehr nützlichen Stoffen zu versorgen, die uns schützen. Wie Sie bemerkt haben, lecken viele Tiere ihre Wunden. Das HPS-Protein ist jedoch im Speichel vorhanden? Unter diesen Bedingungen kann man sich nicht fragen, ob dieses Verhalten nicht dazu gedacht ist, die Vernarbung dank dieser Substanz zu beschleunigen oder eine zusätzliche Infektion zu vermeiden. Und wenn Ihre Kinder Sie bitten, die „Wunden“ zu umarmen, die sie gerade beim Sturz vom Fahrrad hatten, ist das vielleicht gar nicht so dumm!