Senioren haben spezielle Ernährungsbedürfnisse. Sie müssen wachsam sein, um Mängel zu vermeiden. Was sind die bevorzugten Lebensmittel und die altersspezifischen Risiken?

Die Ernährung von Senioren muss abwechslungsreich und angepasst sein. Bestimmte Lebensmittel werden bevorzugt.

  • Energiebedarf

Entgegen der landläufigen Meinung sollten wir mit zunehmendem Alter nicht weniger essen. Während bei älteren Menschen die körperliche Aktivität oft reduziert ist, erfordert eine schlechtere Stoffwechselleistung einen höheren Energiebedarf und damit gleichwertig mit dem von Erwachsenen. Sie werden auf 30 bis 35 Kcal pro Pfund Gewicht geschätzt, was etwa 1.800 Kcal für eine 55 kg schwere Person bedeutet.

Durch altersbedingte physiologische Veränderungen, aber auch durch Veränderungen des sozialen Status (unzureichendes Einkommen, Isolation, Abhängigkeit) steigt das Risiko einer proteinkalorischen Mangelernährung bei älteren Menschen, insbesondere bei hospitalisierten Personen oder in Einrichtungen. Es ist wichtig, das Risiko einer Unterernährung frühzeitig zu erkennen. Dafür gibt es schnelle Ernährungsraster für Ärzte und Diätassistenten.

  • Proteinbedarf

Sie sind denen von Erwachsenen mindestens gleichwertig oder sogar höher, da der Proteinstoffwechsel bei älteren Menschen den Muskelschwund fördert. Experten empfehlen 1g pro kg Gewicht pro Tag

Sarkopenie ist ein Muskelschwund, der durch eine Abnahme der fettfreien Körpermasse verursacht wird. Ein Mensch verliert im Durchschnitt 20 bis 40 % im Alter von 20 bis 80 Jahren. Es ist nicht unvermeidlich und durch die Kombination von körperlicher Aktivität und ausreichender Proteinzufuhr ist es auch im fortgeschrittenen Alter möglich, Muskeln wieder aufzubauen.

  • Calciumbedarf

Sie sind denen von Erwachsenen überlegen, da der Kalziumstoffwechsel durch das Altern verändert wird. Die Empfehlungen sind 1000 mg bis 1400 mg pro Tag.

Osteoporose, definiert durch die Kombination von geringer Knochenmasse und Verschlechterung der Knochenarchitektur, führt zu erhöhter Knochenbrüchigkeit, die zu Frakturen führen kann. Die Knochenmasse nimmt bei Frauen zwischen 30 und 80 Jahren um 40 bis 50 % ab, bei Männern um die Hälfte.

  • Mikronährstoffbedarf

Ältere Menschen haben aufgrund physiologischer Veränderungen und bestimmter altersbedingter Pathologien ein hohes Risiko für einen Mikronährstoffmangel. Ein Mangel an Vitaminen der Gruppe B und Antioxidantien wird häufig beobachtet. Konkrete Empfehlungen im Vergleich zu Erwachsenen gibt es noch nicht, aber viele Forschungsarbeiten sind in Arbeit.

  • Lipidbedarf

Bei Lipiden wissen wir, dass der Cholesterinspiegel nach 65 oder 70 Jahren nicht mehr mit Atherom korreliert. Dadurch kann der Verzehr von Fetten flexibler und dem Geschmack älterer Menschen angepasst werden.

Spezifische Risiken

Senioren sollten bei verschiedenen Problemen im Zusammenhang mit der Ernährung besonders wachsam sein. Sie müssen also aufpassen:

  • Auf die Gefahr der Austrocknung
  • Zu den Problemen der Verstopfung
  • Zu Beginn eines nicht insulinabhängigen Diabetes
  • Restriktive Diäten bei Übergewicht, da sie zu Nahrungsmonotonie und damit Anorexie führen können.

Bei der Alzheimer-Krankheit kommt es sehr oft zu einem schleichenden Gewichtsverlust, der zu einem Zustand der Auszehrung führen kann. Gewichtsverlust könnte eines der ersten Anzeichen der Krankheit sein und einer Demenz vorausgehen.

Sehr oft wird ein allmählicher Gewichtsverlust beobachtet, der zu einem Auszehrungszustand führen kann. Gewichtsverlust könnte eines der ersten Anzeichen der Krankheit sein und einer Demenz vorausgehen.