Fast 40.000 Menschen erkranken pro Jahr an Dickdarmkrebs, der stetig zunimmt. Angesichts dieser Geißel erscheinen neue Waffen. Ende Januar 2013 hatten sich mehr als 3.000 Spezialisten zum Kongress der American Cancer Society speziell für Magen-Darm-Krebs versammelt. Zurück von diesem wichtigen wissenschaftlichen Treffen zeigt Prof. Emmanuel Mitry, Digestive Onkologe am Institut Curie, die wichtigsten Fortschritte auf.

Dickdarmkrebs tritt vor allem nach dem 70. Lebensjahr auf und ist damit die dritthäufigste Krebserkrankung und die zweithäufigste in Bezug auf die Sterblichkeit nach Lungenkrebs. Die Alterung der Bevölkerung und veränderte Lebensstile (zu hohe Kalorienzufuhr, reduzierte körperliche Aktivität etc.) haben den Anstieg seit den 1980er Jahren begünstigt.

Begrenzen Sie die Toxizität von Behandlungen

Allerdings werden ältere Patienten paradoxerweise weniger gut betreut als junge Patienten. Da Wirksamkeitsstudien an jüngeren Bevölkerungsgruppen durchgeführt werden, wissen wir nicht, welche Behandlung für Senioren am besten geeignet ist. Aber dies wird dank neuerer Arbeiten verbessert. "Die Daten aus zwei prospektiven Phase-III-Studien, die jetzt bekannt sind, lassen eine Verbesserung erwarten. Die auf dem ESMO-Kongress vorgestellte Studie 2001-02 der Französischen Föderation für Verdauungskrebs, deren Koordinator ich war, zeigte, dass im Gegenteil Gegenüber dem, was bei jungen Patienten berichtet wurde, war die Chemotherapie mit FOLFIRI (5FU + Irinotecan) toxischer, aber nicht wirksamer als eine Chemotherapie auf Basis von 5FU allein bei älteren Patienten ", erklärt Prof. Mitry.

Interesse an zielgerichteten Therapien in den über 70er Jahren bestätigt

Die auf dem ASCO GI-Kongress vorgestellte AVEX-Studie liefert neue Erkenntnisse und zeigt erstmals das Interesse an einer gezielten Therapie bei dieser älteren Bevölkerung “, so Professor Mitry weiter. Diese internationale, randomisierte, offene Studie zielte darauf ab, das Wirksamkeits- und Sicherheitsprofil von Bevacizumab ( Avastin ® ) in Kombination mit Capecitabin ( Xeloda ®) in der Chemotherapie bei älteren Menschen (≥ 70 Jahre) mit metastasierendem Darmkrebs zu untersuchen. 280 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 76 Jahren aus 10 verschiedenen Ländern wurden in zwei Gruppen eingeteilt, wobei die erste Capecitabin als Monotherapie und die zweite Capecitabin in Kombination mit Bevacizumab erhielt.

Bei Patienten, die Bevacizumab erhielten, wurde eine viermonatige Verlängerung des medianen progressionsfreien Überlebens (kein Tumorwachstum) beobachtet: 9,1 Monate vs. 5,1 Monate. Das mediane Gesamtüberleben sank von 20,7 Monaten auf 16,8 Monate, obwohl dies nicht der primäre Endpunkt der Studie war und es notwendig sein wird, diesen Effekt mit größeren Zahlen zu bestätigen, um eine bessere statistische Aussagekraft zu haben. Diese Studie zeigt jedoch, dass eine Kombination aus Capecitabin (Xeloda ®), oraler Form von 5FU und Bevacizumab (Avastin ®) wirksamer ist als eine alleinige Behandlung mit Capecitabin, ohne dass die Toxizität signifikant erhöht wird, abgesehen von den bekannten Nebenwirkungen von Avastin® ®.

Um die Behandlung von Dickdarmkrebs zu verbessern, ist es nun notwendig zu wissen, welche Chemotherapie mit welcher gezielten Therapie ( Erbitux ®, Avastin ® usw.) angewendet werden soll. Die ersten Daten könnten beim nächsten ASCO-Kongress bekannt gegeben werden.