Der deutsche Impfstoff aus dem Curevac-Labor befindet sich noch in der Testphase, könnte aber in den kommenden Monaten auf den Markt kommen. Wie funktioniert es? Wie hoch ist seine Schutzrate? Wir sagen Ihnen alles.

Wie funktioniert es?

Der Impfstoff von der pharmazeutischen Firma CureVac namens CVnCoV wird, wie die Impfstoffe Pfizer und Moderna, ein Boten RNA Impfstoff. Spezialisiert auf die Entwicklung von Therapien mit mRNA arbeitet das deutsche Unternehmen seit mehr als 20 Jahren an dieser Technologie.

Die Messenger-RNA-Technik ist seit langem erprobt, wird aber erstmals seit dem ersten zugelassenen Pfizer-Impfstoff gegen Covid-19 im Rahmen einer Impfung eingesetzt.

Diese neue Technologie besteht darin, einen Teil der DNA des Virus Sars Cov 2 zu kopieren, wodurch ein Protein, das Spicula oder S-Protein (Spike), gebildet wird, das es dem Virus ermöglicht, in den Körper einzudringen, außer dass es diesmal inaktiv ist. Ziel ist es, den Körper zur Selbstverteidigung zu provozieren, indem insbesondere Antikörper gebildet werden, um den Kampf gegen das Coronavirus zu lernen. Eine Verteidigung, an die er sich im Falle eines Angriffs durch den echten Virus erinnern wird.

Dosierung und Lagerung

Der Impfstoff wird in zwei Dosen im Abstand von 28 Tagen verabreicht. Dieser Impfstoff hat den Vorteil, dass er gelagert werden 3 Monate in einem herkömmlichen Kühlschrank bei 5 °C und 24 Stunden bei Raumtemperatur kann.

Wie effektiv ist Curevac (CVnCoV)?

CureVac hat die endgültige Wirksamkeit seines Impfstoffs gegen Covid-19 noch nicht bekannt gegeben. Derzeit laufen noch klinische Studien der Phase III. Im November 2020 sagte Laborleiter Franz-Werner Haas in einer Mitteilung an die Nachrichtenagentur Reuters, Phase I sei „ermutigend“. Zwischenergebnisse, die nach der ersten Phase der klinischen Studie gesammelt wurden, zeigten, dass „CVnCoV im Allgemeinen für alle getesteten Dosen gut vertragen wurde und starke Antikörperreaktionen auslöst“. Damit sei „die Immunantwort vergleichbar mit der von Patienten, die sich von Covid-19 erholt haben“, Pressemitteilung erklärte das biopharmazeutische Unternehmen in einer.

Das Labor ließ den Impfstoff Ende 2020 an rund 40.000 Freiwilligen testen. Ergebnis: Der Impfstoff ist letztlich nicht so wirksam, wie das Labor erhofft hatte. Laut einer am 16. Juni veröffentlichten Erklärung zeigte das Produkt nach der Zwischenanalyse einer groß angelegten klinischen Studie eine Wirksamkeit von 47 % gegen eine SARS-CoV-2-Infektion. Das Serum müsste 50 % wirksam sein, um vermarktet zu werden. Die Europäische Kommission hat jedoch bereits einen Kaufvertrag über 405 Millionen Dosen CureVac unterzeichnet. Das Labor lässt sich nicht entmutigen. Dies sind Zwischenergebnisse. "Die endgültige Effizienz könnte sich noch ändern", wobei die letzte Testphase vor dem Sommer 2021 erwartet wird.

Ein wirksamer Impfstoff gegen Varianten?

Am 5. Februar kündigte Curevac eine Vereinbarung mit der britischen Regierung zur Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs gegen die Varianten von Covid-19 an. Das Ziel: einen mRNA-Impfstoff zu entwickeln, der schnell an das Aufkommen einer neuen Variante angepasst werden kann.

Noch in der Testphase an Mäusen löste der Impfstoff eine robuste Antikörperantwort und einen Schutz gegen den ursprünglichen Stamm von SARS-CoV-2 und auch B.1.351 (bekannt als die südafrikanische Variante) aus. „Die CVnCoV-Impfung blockierte effektiv die B.1.351-Virusreplikation in den unteren Atemwegen und im Gehirn und reduzierte die Virusreplikation in den oberen Atemwegen bei geimpften Tieren“, heißt es in einer Erklärung von Curevac.

Wann wird es vermarktet?

CVnCoV befindet sich vorerst noch in der klinischen Studienphase, ist also noch nicht von der Europäischen Arzneimittel-Agentur zugelassen, obwohl es seit Februar in der Studie ist. Angesichts der Fortschritte in der klinischen Phase und der Partnerschaft von Curevac mit Bayer und Celonic könnte der Impfstoff jedoch bis Juni 2021 auf dem europäischen Markt platziert werden.

Das Unternehmen erhofft sich seinerseits die Ergebnisse der klinischen Studien und der Kommerzialisierung für das "zweite Quartal 2021".  

Der Chef des deutschen Biopharmaunternehmens Franz-Werner Haas sagte dem Magazin Der Spiegel jedoch, er habe Lieferprobleme. "Wir erhalten nicht mehr ständig die Materialien, die wir brauchen", sagte er.

Welche Nebenwirkungen?

Die Nebenwirkungen des CureVac-Impfstoffs sind noch nicht bekannt. Sie sollten am Ende der klinischen Prüfungen mitgeteilt werden.