Der Skandal um verunreinigte Milch und neuerdings um Bio-Hühner, die mit gepanschten Sojabohnen gefüttert wurden, hat die Kontroverse um Lebensmittel aus China wiederbelebt. Denn Lebensmittel "made in China" sind auf unseren Tellern eingedrungen... mit Risiken, die oft schlecht eingeschätzt werden.

Auch Gesundheitsministerin Roselyne Bachelot beschloss Anfang Dezember 2008, die Kontrollen zu verstärken. Auf französischer und auf europäischer Ebene wurde eine Arbeitsgruppe zu diesem Thema ins Leben gerufen.

Aus China importiertes Spielzeug mit Bleifarbe, Sofas und Sessel mit Schimmelschutz giftigem, kontaminierte Medikamente , Stiefel, die die Füße verbrennen ... die Skandale um Made in China sind zahlreich... der Lebensmittelindustrie. Denn dieses Land ist zur wahren Kornkammer der Welt geworden!

Immer mehr Lebensmittel „Made in China“

Lebensmittel aus China sind in Frankreich gang und gäbe. Die Lebensmittelexporte nach Europa sind seit Jahresbeginn Anfang 2008 um fast 30 % gestiegen. Am stärksten betroffen sind Konserven, Tiefkühlkost, Fisch und andere industrielle Zubereitungen. China ist einer der größten Tomatenproduzenten der Welt. Knapp 3 Millionen Tonnen werden so in der Provinz Xingjiang produziert, nur für den Export, weil die Chinesen sie nicht essen... Ergebnis: Ein Drittel des in Frankreich verkauften Tomatenmarks stammt von dort. Es genügt zu sagen, dass Sie, wenn Sie Knödel oder Pizza aus der Dose essen, alle Chancen haben, Chinesisch zu essen... Außerdem hat Chalkis, das chinesische Unternehmen Nummer eins in der Welt der verarbeiteten Tomaten, sogar die Nr. 1 in Tomatenmark gekauft. Coop de Provence. So können die Kisten "Conserves de Provence" Tomaten vom anderen Ende der Welt enthalten. Die Erdbeere aus China ist ein weiteres ikonisches Beispiel, das sogar ernsthaft mit ihrem Pendant aus Spanien konkurriert. Sie haben jede Chance, diese Früchte vom anderen Ende der Welt in Fruchtjoghurts und anderen Kuchen oder Zubereitungen aus Ihrem Supermarkt zu schlucken. Sie riskieren auch, Chinesisch zu essen, indem Sie Pilzkonserven, Spargel, Ziegelapfelsaft kaufen...

Überraschende Nebenströme...

Aber chinesische Produkte sind manchmal an noch überraschenderen Orten versteckt. Dies enthüllte Ende November den Skandal um Bio-Hähnchen aus der Loire-Atlantique, die mit Melamin verseucht waren, dem berühmten Produkt, das Babymilch kontaminierte und in China zu Todesfällen führte. Aber wie kann in Frankreich gezüchtetes Bio-Geflügel mit chinesischen Giftstoffen verunreinigt werden? Antwort: Weil die Hühner mit Sojaschrot aus China gefüttert werden! Zu ihrer Verteidigung weisen die Produzenten darauf hin, dass es ein brasilianischer Sojabohnenbestand war, der zu einer Lieferung in China geführt habe*. Damit stellen wir fest, dass dieses Land zu den weltweit größten Tierfutterlieferanten gehört.

Chinesische Lebensmittel: Was sind die Risiken?

Konkret lassen sich die Probleme im Zusammenhang mit chinesischem Essen in drei Bereiche einteilen:

  • Unterschiedliche Produktionsregeln. Beispielsweise sind in China verwendete Pestizide in Frankreich nicht unbedingt zugelassen.
  • Die Qualität und die Risiken der Kontamination des Sektors. Die Zahl der Gesundheitswarnungen zu chinesischen Produkten ist in Europa sehr hoch und nimmt jedes Jahr zu. Laut dem Europäischen Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) führt China die Liste der Herkunftsländer von Lebensmitteln an, die Gesundheitswarnungen ausgelöst haben (357 Warnungen im Jahr 2007). Die Liste der Warnungen ist auf der verfügbar RASFF-Website in englischer Sprache. Dazu gehören: in Ingwer verbotene Farbstoffe; Mykotoxine auf Obst und Gemüse; Antibiotika bei Garnelen nicht erlaubt; Spuren von Quecksilber in Fischen...
  • Betrugs- und Fälschungsprobleme in China. Auch hier ist der Skandal um mit Melamin verunreinigte Milch ein markantes Beispiel (das giftige Produkt wurde hinzugefügt, um die Kontrollen zu täuschen und vorzutäuschen, dass die Milch eiweißreicher ist). Allerdings sind die Gesundheitskontrollverfahren in China manchmal noch zu lasch, auch wenn sich die lokalen Behörden in diesem Bereich rasch verbessern. Und Europa ist auch wachsamer.

Auch die Europäische Union hat nach verschiedenen Gesundheitsskandalen Vorsichtsmaßnahmen getroffen: Seit 2002 ist der Import chinesischer Milchprodukte und seit Dezember 2008 auch chinesische Sojaprodukte für Kinder verboten angezogen worden.

Wie wählen Sie die Herkunft Ihrer Lebensmittel aus?

Sollten wir deshalb in eine Phobie „Made in China“ verfallen? Nein, aber es ist immer nützlich zu wissen, was Sie essen. Leider ist die Angabe der Herkunft der Zutaten bei den meisten in Frankreich verkauften Lebensmitteln nicht obligatorisch. Sie können sich also auf die kontrollierten Ursprungsbezeichnungen und die geschützte geografische Angabe verlassen (auch wenn Ihnen dort auch die Herkunft des Futtermittels nicht angegeben ist...). Und bei Obst und Gemüse lässt sich die Herkunft nur durch Frischverzehr feststellen: In diesem Fall wird immer die Herkunft angegeben!

* - Man kann sich über die ökologische Relevanz eines Bio-Tiersektors wundern, dessen Lebensmittel vom anderen Ende der Welt stammen... Zumal das in Brasilien produzierte Soja an der Entwaldung beteiligt ist.