Wie jedes Jahr im Juni mobilisieren Kollektive und Verbände für die Legalisierung von Cannabis. Abgesehen von den oft parteiischen Ansichten ist wenig über die Auswirkungen von Cannabis auf die Gesundheit bekannt. Kleiner Überblick über die neuesten Forschungsergebnisse zum Thema.

Le cannabis, entre partisans et détracteurs

In vielen Industrieländern ist Cannabis das am häufigsten konsumierte illegale Produkt, insbesondere bei jungen Menschen.

Trotz eines solchen Hintergrunds ist die Cannabis-Debatte zu oft einfach:

  • Manche halten seinen regelmäßigen Konsum für harmlos, loben seinen therapeutischen Nutzen und fordern seine Legalisierung
  • Die anderen sind der Meinung, dass seine Verwendung gesundheitsschädlich ist, dass sein Konsum verboten werden sollte, sei es zur Entspannung oder zu therapeutischen Zwecken.

Beruht diese Vereinfachung auf wissenschaftlichen Grundlagen oder auf zu parteiischen Ansichten?

Nebenwirkungen müssen noch nachgewiesen werden

Die wissenschaftliche Literatur zu den Wirkungen von Cannabis bleibt quantitativ und qualitativ begrenzt. Erst in den 1980er Jahren entstanden epidemiologische Studien zum chronischen Cannabiskonsum, wobei die meisten früheren Forschungen an Tieren durchgeführt wurden.

Die wichtigste negative Wirkung, die Cannabis zugeschrieben wird, ist seine Wirkung auf die psychische Gesundheit. Ihm wird vorgeworfen, negative Gefühle hervorzurufen, Psychosen auszulösen oder bestehende psychische Erkrankungen verschlimmernd zu beeinflussen.

Cannabis ist verantwortlich für Konzentrationsverlust und psychomotorische Koordination und könnte die Ursache von Verkehrsunfällen sein. Eine Studie des Transport Research Laboratory belegt, dass fast jeder fünfte Tote auf englischen Straßen unter dem Einfluss einer Droge steht, in zwei Dritteln der Fälle Cannabis. Es wurde jedoch kein kausaler Zusammenhang zwischen Drogenkonsum und diesen Todesfällen nachgewiesen. Ein vollständiger Bericht über die Auswirkungen von Cannabis auf das Autofahren ist auf der Website des Transport Research Laboratory verfügbar.

Cannabis könnte auch die Ursache für eine potenziell tödliche Lungenerkrankung sein: das Emphysem. Prof. Johnson und seine Kollegen untersuchten die Gewohnheiten von vier Cannabiskonsumenten mit fortgeschrittenem Emphysem. In drei der vier Fälle schienen die Rauchgewohnheiten stark eingeschränkt zu sein, was auf einen kausalen Zusammenhang zwischen gerauchtem Cannabis und dem Auftreten von Krebs schließen lässt. Obwohl diese Ergebnisse offensichtlich nicht extrapoliert werden können, wären eine tiefere Inhalation, größere Züge und eine längere Blockade der Atmung zusätzliche Risikofaktoren.

Laut den Forschern würde das Rauchen von drei oder vier Joints pro Tag die gleiche Wirkung haben wie das Rauchen einer Schachtel Zigaretten. Eine 1999 veröffentlichte Studie schien Marihuana mit einem erhöhten Krebsrisiko im HNO-Bereich in Verbindung zu bringen. Die Ergebnisse dieser epidemiologischen Untersuchung berücksichtigten jedoch nicht die möglichen Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Risikofaktoren.

Cannabis soll einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit starker Raucher haben. Dieser Befund hätte vor kurzem eine physiologische Erklärung gefunden. Wissenschaftler unter der Leitung von Prof. Schuel haben herausgefunden, dass ein wichtiger Bestandteil der Fortpflanzungsfähigkeit dem Wirkstoff von Cannabis (THC) nahe kommt und sowohl im weiblichen als auch im männlichen Fortpflanzungssystem natürlicherweise vorkommt. Übermäßiger Cannabiskonsum kann die Vitalität, die Struktur der Spermien sowie ihre Fähigkeit zur Befruchtung einer Eizelle beeinträchtigen.

Auch das Herzinfarktrisiko soll bei Cannabisrauchern erhöht sein. Dr. Murray Mittleman schätzte, dass sich das Herzinfarktrisiko innerhalb einer Stunde nach dem Trinken im Vergleich zu Zeiten ohne Konsum fast verfünffacht. Die beteiligten Mechanismen sind jedoch noch unbekannt und dies ist eine vorläufige Studie.

Therapeutische Tugenden müssen bestätigt werden

Nicht alle Wirkungen von Cannabis sind schädlich, daher ist seine therapeutische Verwendung Gegenstand vieler Forschungen.

Cannabis soll hilfreich sein, um die Nebenwirkungen der Chemotherapie zu reduzieren. Seine Wirkung ist seit Ende der 1970er Jahre durch verschiedene Studien belegt, seine Wirkung gegen Übelkeit und Erbrechen könnte sogar bei Patienten wirken, die auf andere übliche Behandlungsmethoden nicht ansprechen.

Cannabis wird in einigen amerikanischen Staaten offiziell als Appetitanreger verwendet, insbesondere bei Patienten mit AIDS. Natürlich produzierte Endocannabinoide regen den Appetit an. Sie haben eine ähnliche Struktur wie die Wirkstoffe von Cannabis, THC. Somit kann Cannabis den Gewichtsverlust bei AIDS-Patienten oder Krebspatienten begrenzen.

Cannabis könnte auch als Schmerzmittel verwendet werden. Seine analgetische Wirkung wurde bei verschiedenen Beschwerden, einschließlich Rheuma, hervorgehoben. Bei dieser Krankheit stellten jüngste Forschungen von Prof. Feldman fest, dass einer der Wirkstoffe, Cannabidiol, das Fortschreiten der Krankheit ohne psychoaktive Nebenwirkungen blockieren konnte. Im Moment sind solche Beobachtungen an Tieren möglich, aber Tests am Menschen könnten bald durchgeführt werden.

Es wird auch angenommen, dass Cannabis in der Lage ist, den Augeninnendruck zu senken, was bei der Behandlung von Glaukom, einer Erkrankung, die aus einem Ungleichgewicht des Augeninnendrucks resultiert, sehr nützlich ist. Einige Patienten mit Multipler Sklerose verwenden es über den Atlantik, um chronische Schmerzen und Muskelkrämpfe zu lindern. Im vergangenen März wurde festgestellt, dass eine in Cannabis gefundene Substanz krebshemmende Wirkungen gegen einige sehr seltene Hirntumore hat. Obwohl die Studien nur an Ratten durchgeführt wurden, sind sie für diese Krankheiten mit einer sehr pessimistischen Prognose vielversprechend.

Die Ergebnisse der verschiedenen Studien sind zwar mit Vorsicht zu genießen, liefern aber dennoch Denkanstöße für eine oft leidenschaftliche öffentliche Debatte.