Die meisten Länder erließen zunächst recht repressive Gesetze gegen den Cannabiskonsum. Aber jetzt haben einige, wie die Niederlande oder Spanien, es flexibler gemacht, während andere, wie die Schweiz, über eine Legalisierung nachdenken.

1961, 1971 und 1988 wurden drei internationale Übereinkommen zur Bekämpfung des Drogenhandels verabschiedet. Die Konvention von 1988 ist äußerst repressiv, da sie den Besitz oder Kauf von Drogen für den persönlichen Gebrauch bestraft, ohne zwischen sogenannten harten Drogen wie Heroin oder Kokain und sogenannten weichen Drogen wie Cannabis und ihren Derivaten zu unterscheiden. Eine sehr große Zahl von Ländern, darunter auch die der Europäischen Union, haben diese Konvention unterzeichnet.

Le tour du monde de la législation

Diese internationalen Abkommen erklären, dass die Gesetze in allen Unterzeichnerstaaten ziemlich ähnlich sind. Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten, die einen repressiveren Ansatz verfolgen, haben die europäischen Länder jedoch versucht, sich aus dieser Zwangsjacke zu befreien. Zunächst kann zwischen Ländern unterschieden werden, die den Konsum und Besitz von Betäubungsmitteln direkt kriminalisieren, wie Frankreich, Finnland, Luxemburg oder Portugal, und solchen, die nur die Inhaftierung zum Zweck des Konsums kriminalisieren.

Toleranz in den Niederlanden

Andererseits wird der Besitz von Cannabis für den persönlichen Konsum in der gesamten Europäischen Union mit strafrechtlichen oder verwaltungsrechtlichen Sanktionen geahndet. In den Niederlanden gibt es keine Legalisierung, sondern eine Toleranz, was bedeutet, dass das Gesetz für den Besitz kleiner Mengen Cannabis (bis 5 Gramm) nicht umgesetzt wird. Diese Toleranz, die durch ein Rundschreiben der Crown Attorneys General geregelt wird, erstreckt sich auf den Kauf von Cannabis in Coffeeshops.

Belgien seinerseits hat im März 2003 ein Gesetz verabschiedet, das den Konsum von Cannabis legalisiert. Einige Einschränkungen jedoch: Erlaubte Haft von maximal 5 g für den persönlichen Gebrauch, Rauchen in Anwesenheit von Minderjährigen nicht, keine Beeinträchtigung der öffentlichen Ordnung. Der Verkauf ist nicht legalisiert.

In Spanien, Portugal und Italien gibt es seit Anfang der 1990er Jahre keine strafrechtlichen Sanktionen mehr für alle Handlungen, die den Drogenkonsum vorbereiten. Diese Länder verhängen verwaltungsrechtliche Sanktionen, die aus Geldstrafen bestehen: Bußgelder, Führerscheinentzug oder Obhutspflicht zum Beispiel.

Cannabis bald legal in der Schweiz?

Noch nicht Mitglied der Europäischen Union, ist die Schweiz das einzige Land, das eine echte Liberalisierung aller vorbereitenden Gesetze für den Cannabiskonsum vorsieht. Der Ständerat hat sich bereits für die Legalisierung von Cannabis ausgesprochen. Wenn das Gesetz vom Parlament verabschiedet wird, ist der Verkauf von Cannabis legal, aber Erwachsenen vorbehalten, die in der Schweiz leben. Das Produkt muss in der Schweiz angebaut worden sein und es ist keine Werbung erlaubt.

In Frankreich unterliegt die Betäubungsmittelgesetzgebung dem sehr repressiven Gesetz vom 31. Dezember 1970. Anders als in Spanien, Irland und den Niederlanden wird nicht zwischen Cannabis und anderen Drogen unterschieden.

In Kanada wird der Besitz von Cannabis zum Konsum bestraft. Es entsteht jedoch eine Bewegung zugunsten der Entkriminalisierung des Besitzes und Konsums von Cannabis. Darüber hinaus wurde die Verwendung von therapeutischem Cannabis seit 2001 auf mehrere Krankheiten ausgedehnt: Multiple Sklerose, Rückenmarkserkrankungen, Krebs, AIDS, Arthritis...

In den Vereinigten Staaten wurde der Konsum von Cannabis in bestimmten Bundesstaaten wie Kalifornien für Patienten mit Krebs oder AIDS zugelassen. Der Oberste Gerichtshof hat diese Ausnahme soeben verurteilt, indem er einstimmig entschieden hat, dass das Betäubungsmittelgesetz auch für Patienten gilt. Die amerikanische Justiz ist der Ansicht, dass die möglichen Tugenden dieser Substanz nicht ausreichend belegt sind, um eine Ausnahme zu rechtfertigen.