Wie Drogen oder Alkohol hätte das Web seine @ccros. Laut amerikanischen Psychologen könnte das Surfen im Internet zu einer Sucht führen, von der bereits Millionen von Internetnutzern betroffen sind. Bist du Netaholiker?

Geschieden, konnte Lucy nicht ohne ihren Computer auskommen. Sie verbrachte fast zehn Stunden am Tag zwischen Videospielen, Chats, Online-Foren, Wetten und Cybersex. Sie ließ ihre beiden Kinder zurück und verlor das Sorgerecht für sie, nachdem ihr Ex-Mann die Verwüstung dieser Cybersucht sah. Dies ist die wahre Geschichte von Maressa Hecht Orzack, einer Psychologin an der Harvard University, einer amerikanischen Spezialistin für diese neue Art von Sucht. Als Gründerin der Abteilung für Computersucht am McLean Hospital in Belmont erhält sie täglich Nachrichten von pathologischen Websüchtigen. Aber in Frankreich genießt Netaholismus (oder Cyber-Abhängigkeit) nicht die gleiche Anerkennung. Zwischen Sorge und Spott bleiben die Spezialisten gespalten.

Netaholismus: ein großer Witz oder eine echte Krankheit?

Etes-vous cyberdépendant ?

Während in den Vereinigten Staaten 11 Millionen Internetnutzer an Cybersucht leiden, begrüßen die medizinischen Wörterbücher der Alten Welt diesen neuen Begriff vorsichtig: Netaholismus.

Der Begriff Internetsucht wurde erstmals 1996 auf der Jahrestagung der American Psychological Association in Toronto verwendet. Die Psychologin Kimberly Young referierte dort zum Thema „Internetsucht: die Entstehung der Internetsucht. „eine neue klinische Störung“. Basierend auf der Untersuchung pathologischer Spieler entwickelte sie einen Fragebogen zur Erkennung von Netaholics. Machen Sie selbst den Test:

1 - Machen Sie sich Sorgen wegen des Internets (denken Sie an Ihre letzte Verbindung und erwarten Sie die nächste)?

2 - Haben Sie das Bedürfnis, immer länger im Internet zu surfen, bevor Sie satt sind?

3 - Haben Sie mehrmals und ohne Erfolg versucht, Ihre Zeit im Internet zu begrenzen oder zu kontrollieren?

4 - Fühlen Sie sich erschöpft, benommen, deprimiert oder gereizt, wenn Sie versuchen, die Nutzung des Netzwerks einzuschränken oder einzustellen?

5 - Bleiben Sie länger als erwartet im Netz?

6 - Haben Sie durch die Nutzung des Internets eine Beziehung, Ihren Job, eine Karrierechance gefährdet?

7 - Haben Sie Ihre Familie, Ihren Therapeuten oder andere Personen angelogen, um mehr Zeit im Internet zu haben?

8 - Nutzen Sie das Internet, um Ihren alltäglichen Problemen oder negativen Gefühlen (Schuld, Angst, Depression, Einsamkeit...) zu entfliehen?

Wenn Sie mehr als drei dieser Fragen mit Ja beantwortet haben, haben Sie möglicherweise bereits...

Aber ist dies eine echte Krankheit oder eine eingebildete Krankheit, die Amerika geheim hält? In Frankreich erkennen einige Psychiater das Phänomen, teilen aber die Meinung dieser "Päpstin" der Cybersucht nicht und nähern sich ihr lieber mit einem Lächeln...

"Wenn in den Vereinigten Staaten Internet-Sucht-Störungen für Aufsehen sorgen, wird in Frankreich die Cyber-Sucht nicht anerkannt. Die plausibelste Hypothese ist, dass die signifikante Nutzung des Internets tatsächlich ein Spiegelbild bestimmter Internet-Nutzer ist. Angstzustände, Depressionen, mangelndes Selbstwertgefühl...) ", schätzt Jacky Gautier, eine Studentin der Psychiatrie, die die erste französischsprachige Umfrage zu diesem Thema leitet. Auf seiner Seite bot er einen Online-Fragebogen an, dessen Ergebnisse es ermöglichen sollen, zu erkennen, ob Websüchtige unter Angstzuständen, Beziehungsproblemen oder gar Depressionen leiden und das typische Portrait von „Cyber-Junkies“ zu entmystifizieren.

Die eigentliche Realität der Krankheit und der wissenschaftliche Wert von Studien zu diesem Thema werden von bedeutenden Psychologen in Frage gestellt, die sie nur als flüchtige E-Hysterie betrachten. Neben ihrer Existenz belebt eine weitere Debatte die Fachwelt: Handelt es sich um eine mit einer Droge vergleichbare Abhängigkeit oder eher um ein Suchtverhalten wie bei pathologischen Spielern?

Das typische Profil eines Websüchtigen

Gibt es ein typisches Netaholic-Profil? Noch bevor Umfragen eine Idee liefern, transportieren die Medien längst die Bilder des libidinösen Teenagers und des jungen Wolfs-Adepten der New Economy und Gründer von Start-ups.

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Aber weiter entfernt von diesen Klischees sieht die Realität ganz anders aus. Laut Gautier sind "die Menschen, die das Gefühl haben, vom Internet abhängig zu sein, hauptsächlich junge Männer (fast 75% der Antworten) (zwischen 15 und 30 Jahre alt). Ihre Hauptaktivität besteht in der Teilnahme an Chatrooms (in 23% der Fällen), Netzwerkspiele oder die Konsultation von Websites mit sexueller Natur". Wir sind weit entfernt vom Stereotyp des komplexen und asozialen jungen Heranwachsenden!

Cyberkliniken: eine Online-Behandlung für "Cyberjunkies"?

Internet-Sucht-Störungs-Sites gibt es im Überfluss. Es gibt dort sogar Cyberkliniken. Unter diesen Websites, die E-Therapie anbieten, können wir das Zentrum für Online-Sucht von Kimberly Young oder Virtual Addiction von Doktor Greenfield, einem anderen amerikanischen Experten auf diesem Gebiet, nennen.

In Frankreich ist dies Ausdruck einer sehr amerikanischen Singularität. "Der Vorteil dieser Cyberkliniken besteht darin, dass sie die Erkennung von Menschen mit psychischen Störungen ermöglichen, die sich, wenn sie nicht kontrolliert werden, verschlimmern könnten. Der finanzielle Aspekt und der Rahmen der vorgeschlagenen Therapie erscheinen jedoch besorgniserregend." sagt Jacky Gautier.

Sie können sich daher ohne Moderation weiterhin mit doctissimo verbinden. Viel Spaß beim Surfen!