Mythos oder Realität, immer mehr Paare trennen sich mit der Geburt eines Babys. Manche Psychologen sprechen auch von Baby-Clash, um dieses Phänomen hervorzurufen... Aber kann ein Kind das Paar wirklich gefährden? Zurück zu den katastrophalen Folgen eines glücklichen Ereignisses...

Baby ist gerade geboren... und das Paar trennt sich!

Baby-Clash-Figuren

Baby-clash rupture

Eltern zu werden ist natürlich nicht einfach. Die üblichen romantischen Abende wirken manchmal apokalyptisch, wenn man 10 Mal aufstehen muss, wenn Gespräche von Tränen und Weinen unterbrochen werden, wenn das Liebesbett zum Bett der ganzen Familie wird... Umbrüche können das Paar gefährden! Wenn wir uns die Statistiken genau anschauen, müssen wir die Dinge natürlich relativieren. Zwar gibt es immer mehr Einelternfamilien (+ 25 % zwischen 1990 und 1999), aber die Trennung erfolgt am häufigsten, wenn die Kinder erwachsen sind. Allerdings leben rund 10 % der Kinder unter zwei Jahren bei einem Elternteil.

Aber aus einem Baby-Clash lässt sich das alles nur schwer schließen. Denn viele dieser Babys hätten die Trennung ihrer Eltern nicht gewusst: Nach Angaben der Direktion für Forschung, Studien, Evaluation und Statistik sind 7,4% der Frauen zum Zeitpunkt der Geburt ihres Kindes allein (entweder hatten sie einen Baby "allein", oder sie erlebten eine Trennung während der Schwangerschaft). Für Dr. Bernard Geberowicz, Co-Autor des Buches Baby-clash, ist dieses Phänomen jedoch sehr real: „20 bis 25 % der Paare trennen sich in den ersten Monaten nach der Geburt eines Babys. Und diese Zahl steigt ständig.“.

Ein fragiles Gleichgewicht

Doch was können die Ursachen für eine Trennung kurz nach der Geburt sein, wenn im Gegenteil ein glückliches Ereignis die Ehepartner zusammenführen soll? Wie Bernard Geberowicz betont: "Die Geburt eines Babys verursacht eine Krise, sie verändert das Gleichgewicht des Paares. Dies führt aber nicht unbedingt zu einer Trennung. Im Gegenteil, es kann positiv sein...". Dennoch kann das Baby auf diese Weise als Katalysator wirken und bestehende Probleme aufdecken oder verschlimmern. Darüber hinaus ist die Idee, ein Baby zu bekommen, um das Paar wieder zu vereinen, oft eine Initiative, die zum Scheitern verurteilt ist... Besser, die Probleme vorher zu lösen!

Eine Frage des Alters

Für Dr. Geberowicz ist ein weiterer Faktor der Ursprung des Baby-Clash: immer später Babys zu bekommen. Denn heute liegt das Durchschnittsalter des ersten Babys in Frankreich bei dreißig: "Eltern und insbesondere Frauen haben mit zunehmendem Alter mehr Verantwortung und Dinge zu bewältigen, sowohl beruflich, gesellschaftlich als auch privat." Die Ankunft des Babys gehört zu all diesen Prioritäten. Die Spannungen dürften daher höher sein. „Und heute, sobald eine Schwierigkeit im Paar auftaucht, fällt es leichter, an eine Trennung als Lösung zu denken“, betont Dr. Geberowicz.

Die Krise bewältigen

Wie können Sie also sicher sein, dass die Ankunft des Babys das Paar nicht gefährdet? „Wir dürfen uns nicht vorstellen, dass sich mit der Geburt des Babys nichts ändert! Dieses verändert das Gleichgewicht, und das ist ganz normal. Die Kunst besteht darin, es zu wissen und sich darauf vorzubereiten“, warnt Dr. Geberowicz. Es ist klar, dass das Baby, wenn es ankommt, zum Mittelpunkt der Welt wird! Wir müssen am Anfang zugeben, dass das Paar ein wenig im Rückstand ist. Wir dürfen nicht dagegen ankämpfen und akzeptieren, dass wir die dem Paar gewährte Zeit nicht einschränken und lernen, uns weiterzuentwickeln. "Probleme können auftreten, wenn beide Ehegatten nicht im gleichen Tempo sind, wenn der eine fühlt, dass der andere sich mehr um das Baby kümmert und sich ausgeschlossen fühlt", sagt Dr. Geberowicz. Zögern Sie in diesem Fall nicht, mit dem Ehepartner zu sprechen. Dialog ist unabdingbar.

Und wenn sich das Paar trotz all dieser Vorkehrungen trennt, achten Sie darauf, dem Kind keine Vorwürfe zu machen! Denn in vielen Bruchfällen ist das Kleinkind das erste Opfer: Im Zentrum von Konflikten wird es von den Eltern zur Rede gestellt. Er kann sich dann später an der Situation schuldig fühlen. „Natürlich musst du ihm nicht sagen ‚du bist nicht verantwortlich‘, das ist der beste Weg, um ihm diese Idee in den Kopf zu setzen. Am besten erklärst du ihm einfach die Situation und beantwortest seine Fragen.“ unterstreicht Dr Geberowicz.