Für Schwangere und Stillende sowie für Kinder unter 15 Jahren sind quecksilberhaltige Zahnfüllungen nun verboten. In anderen Fällen können sie jedoch weiterhin zur Füllung kariöser Zähne verwendet werden. Welche Risiken sind mit diesen Zahnamalgamen verbunden?

Quecksilber-Zahnamalgam: Was ist das?

Dentalamalgam wird zur Füllung kariöser Zähne verwendet und seit über 150 Jahren entsteht durch die Kaltreaktion von flüssigem Quecksilber auf einem Metallpulver, das zur Bildung einer festen kristallisierten Legierung (Silber-Quecksilber oder Zinn-Quecksilber) führt. Bekannt für seine antibakteriellen Eigenschaften, Langlebigkeit, Benutzerfreundlichkeit und geringen Kosten, ist es seit langem die bevorzugte Lösung in der Zahnmedizin.

Doch schnell stellte sich bei dieser Anwendung die Frage nach der Sicherheit einer chronischen Quecksilberexposition. Proportional zur Anzahl der Füllungen im Mund zur Freisetzung von Quecksilber kann es beim kommen Kondensieren, Polieren, Einsetzen und Tragen von Amalgamen.

Kein Quecksilber für Schwangere und Kinder unter 15

Eine europäische Verordnung vom 17. Mai 2017 verbot die Verwendung von Quecksilber-Zahnamalgam für schwangere Frauen und stillende und Kinder unter 15 Jahren. Dieses Verbot trat am 1. Juli 2018 in Kraft. Einzige Ausnahme sind Fälle, in denen der Zahnarzt diese Verwendung für hält aufgrund der medizinischen Bedürfnisse unbedingt erforderlich besonderen des Patienten.

in großen Mengen verwenden.

Quecksilberamalgam: Was sind die Gesundheitsgefahren?

Laut der Association No au Mercure Dentaire entstehen bei Amalgam Dämpfe, von denen ein Teil von der Lunge aufgenommen wird. Quecksilber gelangt ins Blut, passiert die Blut-Hirn-Schranke und reichert sich im Gehirn an. Es passiert auch die Plazenta. Die aus dem Amalgam entweichenden Quecksilberionen reichern sich in mehreren Organen an, unter anderem in den Nieren.

Einige Studien weisen seit langem auf einen Zusammenhang zwischen Zahnamalgamquecksilber und bestimmten Krankheiten wie Multipler Sklerose, Parkinson oder Alzheimer hin . In einem 2015 veröffentlichten Bericht stellte die Nationale Agentur für die Sicherheit von Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten (ANSM) fest, dass " das Fehlen objektiver Daten und das Fehlen überzeugender Argumente keine endgültige Entscheidung über die neurologischen Risiken oder die Multiple Sklerose, noch über die Auswirkungen auf die Nierenfunktion, noch auf eine mögliche schädliche Wirkung auf die Gesundheit von Kindern und Erwachsenen oder auf die Vorteile der Entfernung von Amalgam ".

Die getroffenen Maßnahmen fallen dann unter das Vorsorgeprinzip. Insbesondere in Frankreich sind Quecksilberamalgame seit langem für Schwangere und Stillende sowie für Menschen mit Nierenerkrankungen kontraindiziert.

Eine Umweltbelastung

Ein weiteres Problem bei dentalen Quecksilberamalgamen ist die Umweltbelastung. Französische Zahnärzte, die Amalgam entfernen, müssen einen speziellen Rekuperator verwenden, um die Rückstände zu behandeln. Anschließend werden sie in eine Kassette gelegt, die von einem Fachbetrieb zweimal im Jahr abgeholt wird.

Erinnerung an die Regeln guter Praxis

Bereits im Jahr 2003 hatte die französische Agentur für die Sicherheit von Gesundheitsprodukten (Afssaps) eine Arbeitsgruppe aus 14 unabhängigen Experten eingerichtet, die bereits durch Äußerungen von Personen mit Störungen gewarnt wurde, die auf das Vorhandensein von Zahnamalgam zurückgeführt wurden. Ihre 2005 veröffentlichten Empfehlungen erinnerten an die behördlichen Bestimmungen und Vorsichtsmaßnahmen für die Verwendung von Dentalamalgam. Sie legen die Regeln der guten Praxis und Hygiene in der Zahnarztpraxis fest:

  • Vermeiden Sie es, Zahnamalgame in unmittelbarer Nähe anderer Metallrestaurationen zu platzieren, um die Korrosionsgefahr nicht zu erhöhen.
  • Auch die Aufhellung der Seitenzähne mit Amalgam wird nicht empfohlen
  • Schließlich wird die Bedeutung der Prävention bei der Behandlung von Karies unterstrichen, da trotz des Rückgangs der Karies bei Kindern und Jugendlichen 80 % der Kariesläsionen in dieser Population vermieden werden können.

Zur Vorbeugung bedarf es eines guten Zähneputzens, einer abwechslungsreichen Ernährung, die auf Snacks und Süßigkeiten verzichtet, manchmal die Einnahme von Fluorid und Fissurenversiegelung.

Darüber hinaus nimmt die Kariesrate bei älteren Menschen mit Halshöhlen zu. Diese Hohlräume befinden sich an der Stelle des Zahns, an der sich am leichtesten Zahnbelag bildet, und sind mit Amalgamfüllungen nur schwer zu behandeln. Experten sind daher der Ansicht, dass auch bei älteren Menschen eine Präventionspolitik umgesetzt werden muss. In diesem Zusammenhang beabsichtigt der Gesundheitsminister, Menschen über 60 Jahren ab 2006 eine klinische zahnärztliche Untersuchung (100% Deckung) mit anschließendem Gespräch und Beratung anzubieten, um die Voraussetzungen für ein „gesundes Altern“ vorzubereiten.