Trotz einiger Enttäuschungen muss die Suche nach einem AIDS-Impfstoff fortgesetzt werden. Auf der Welt-AIDS-Konferenz in Mexiko-Stadt erläuterte die International AIDS Vaccine Initiative (IAVI) ihre Strategie zur Entwicklung des lang erwarteten Produkts.

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Das Scheitern der klinischen Studie Step des Merck-Labors zu V520 könnte die Motivation der Wissenschaftler für die Erforschung eines AIDS-Impfstoffs geschwächt haben. Es ist nicht so. Dr. Wayne Knoff, Vizepräsident für Forschung und Entwicklung am IAVI: "Die bei Tieren und Menschen verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass es immer noch möglich ist, einen Impfstoff gegen AIDS zu finden." Aber die Herausforderungen sind vielfältig. „Das Problem, das wir heute lösen müssen, lautet: Wie können die Fortschritte beim Verständnis des Virus und der menschlichen Immunantwort sicher und schnell in einen vielversprechenden Impfstoff umgesetzt werden“, so Dr. Knoff weiter.

Die IAVI schlägt daher einen Aktionsplan zur Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs vor. Zunächst empfiehlt sie die Fortsetzung der Grundlagenforschung. Die Organisation ist der Ansicht, dass sie sich hauptsächlich auf zwei Punkte konzentrieren sollten: das Auffinden von Antikörpern, die das Virus neutralisieren können, und beim Menschen eine zelluläre Immunität gegen HIV zu induzieren. Antikörper sind spezifische chemische Mediatoren, die vom Immunsystem, B-Lymphozyten, bei Kontakt mit einem Krankheitserreger produziert werden, um diesen zu zerstören. Ein Molekül zu finden, das mit HIV funktioniert, wäre ein großer Schritt nach vorn. Koordiniert wird dieser Mechanismus von T-Lymphozyten, letztere, das Gedächtnis der Infektion, ermöglichen es, den Körper langfristig zu immunisieren: das ist die zelluläre Immunität. Das Problem mit HIV besteht darin, dass es diese Zellen im Körper direkt angreift, was es schwierig macht, einen wirksamen Impfstoff zu entwickeln. Manche Menschen, die als "HIV-Controller" bekannt sind, sind von Natur aus in der Lage, die Krankheit mehrere zehn Jahre lang nicht zu entwickeln. Die Untersuchung ihrer Kontrollmechanismen könnte in Zukunft ein vielversprechender Forschungsweg sein.

Der zweite Punkt, den die IAVI hervorgehoben hat: zu wissen, wie man Impfstoffe aufgibt, die nicht die erwarteten Ergebnisse bringen. Sie berät, Zulassungskriterien festzulegen und diese an sehr kleinen Proben zu testen, bevor sie zu größeren klinischen Studien übergehen. Schließlich plädiert die Organisation dafür, diese Forschungsanstrengungen beizubehalten: „Die Ausbildung neuer Forscher und die Bereitstellung ausreichender langfristiger Mittel sind der Schlüssel zum Erfolg“, nennt sie in ihren Empfehlungen.

„Fünfundzwanzig Jahre nachdem festgestellt wurde, dass HIV die Ursache von AIDS ist, infizieren sich täglich noch immer etwa 7.500 Menschen“, fügte Dr. Peter Piot, Exekutivdirektor des HIV-Programms der Vereinten Nationen, hinzu. Die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs gegen HIV scheint derzeit unerlässlich, um die Pandemie einzudämmen. In der Zwischenzeit ist die beste Waffe immer noch die Prävention. Quelle: IAVI-Pressemitteilung vom 5. August 2008 Foto: Peter Piot (© International AIDS Society / Mondaphoto)